In Bulgarien ist der prorussische Ex-Präsident Rumen Radew zum Regierungschef ernannt worden. Präsidentin Iliana Iotowa erteilte dem 62-Jährigen am Donnerstag den Auftrag zur Regierungsbildung.
Der ehemalige Kampfpilot legte umgehend die Liste seiner Minister vor, über die das Parlament am Freitag abstimmen soll. Bei der Parlamentswahl im April hatte Radew mit 44,7 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit geholt.
Das ärmste Land der EU steckt seit Jahren in einer politischen Krise - es war bereits die achte Parlamentswahl binnen fünf Jahren.
Die Bulgaren hätten mit ihrer Stimmabgabe "ihren Willen bekräftigt, stabile Institutionen zu haben sowie Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit zu verteidigen", sagte Radew.
Im Wahlkampf hatte er eine "Zerschlagung des oligarchischen Modells" angekündigt. Nun sieht sich der neue Regierungschef mehreren Herausforderungen gegenüber: einer steigenden Inflation und einem blockierten Justizsystem.
Zudem muss Radew eine Reihe von Reformen angehen - insbesondere zur Korruptionsbekämpfung -, um im Rahmen eines EU-Konjunkturprogramms 400 Millionen Euro zu erhalten.