In der österreichischen Bundesliga nehmen die Spekulationen über eine neuerliche Reform Fahrt auf. Hinter den Kulissen wird bereits intensiv über eine Aufstockung der Liga diskutiert – nun hat sich auch Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer zu Wort gemeldet.
Mehrere Klubs haben in geheimen Gesprächen eine Erweiterung des Oberhauses auf 16 Teams vorangetrieben, berichtete der "Kurier". Demnach soll sogar eine Aufstockung auf 18 Vereine nicht völlig ausgeschlossen sein.
Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer bestätigte gegenüber dem "Kicker", dass entsprechende Überlegungen bereits laufen: "Wir haben innerhalb der Bundesliga vor drei Wochen einen Prozess gestartet." Beim ÖFB sei ein Strategieprozess gestartet worden, "wo ebenfalls über das Ligenformat gesprochen werden kann". Klar ist auch der Zeitplan: "Im Winter sollte es dann Neuigkeiten geben", so der Liga-Boss, im Herbst sollen Prozesse abgeschlossen werden.
Für eine Reform braucht es laut Statuten eine Zweidrittelmehrheit. Hinter den Kulissen scheint diese bereits in Reichweite zu sein. "Es müssen nur noch zwei bis drei Klubs überzeugt werden, dann gibt es die", war ein Funktionär zuvor zitiert worden. Vor allem kleinere Bundesligisten sowie ambitionierte Zweitligisten sollen die Aufstockung befürworten. Anders sieht es offenbar bei den Topklubs aus: Rapid, Sturm und Salzburg stehen der Idee skeptisch gegenüber – aus Sorge um die Qualität der Liga.
Der Bundesliga-Vorstand selbst bleibt zurückhaltend und verweist auf das große Ganze. Ihm gehe es "darum, dass man eine gesunde Pyramide in Österreich hat". Dabei setzt er klare Prioritäten: "An erster Stelle steht der Sport, an zweiter die Wirtschaftlichkeit." Offen bliebe dann aber ohnehin, was mit der 2. Liga passieren würde. Klubs geraten hier immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten – weite Wege, lange Reisen, ein geringeres TV-Geld und geringere Zuschauerzahlen sind verantwortlich dafür.
Ein wichtiger Faktor bei allen Überlegungen ist auch Rechteinhaber Sky. Der neue TV-Vertrag läuft ab der kommenden Saison bis Sommer 2030 – bei einer Reform könnte der Pay-TV-Sender ein gewichtiges Wort mitreden. Und diese auch ablehnen.
Eine Liga mit 16 Mannschaften gab es in Österreich jedenfalls bereits, nämlich von 1982 bis 1985, der erhoffte Boom blieb aber aus. Deshalb war das Projekt nach nur drei Saisonen wieder eingestampft worden.