"Schalter umgelegt"

Räuber schrieb Opfer nach Überfall Entschuldigungsbrief

Ein 18-Jähriger soll in Wien eine Pensionistin ausgeraubt und verletzt haben. Am Landl flossen Tränen, der Angeklagte schrieb eine Entschuldigung.
Wien Heute
16.05.2026, 21:44
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Ein Bankbesuch endete für eine 85-jährige Wienerin am 2. April 2026 im Krankenhaus – und für einen 18-Jährigen jetzt vor Gericht. Der junge Mann soll die Pensionistin überfallen haben, die Frau erlitt dabei einen Bruch des Schultergelenks.

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"Da hat sich Schalter umgelegt"

Er habe nur eine Kontobestätigung für einen Bekannten besorgen wollen, der ihm einen Kredit versprochen hatte, gab der Angeklagte an. Doch in der Bank habe er dann die ältere Frau gesehen, die gerade 4.000 Euro abgehoben hatte. "Da hat sich bei ihm ein Schalter umgelegt", so sein Verteidiger laut "Krone" vor Gericht.

Pensionistin zu Boden geschleudert

Überwachungsvideos hielten den Überfall später fest. Der 18-Jährige verfolgte die Pensionistin bis zu einer S-Bahn-Station, schlug dort zu. Vor Gericht behauptete der Angeklagte zunächst, er habe ihr die Tasche nur "von der Schulter zupfen" wollen. Die Aufnahmen zeigten aber, wie er mit voller Wucht am Taschenriemen riss, die Frau mitzog und zu Boden schleuderte.

Schulter gebrochen

Die 85-Jährige erlitt einen Bruch an der Schulter. Im Zeugenstand schilderte sie den Angriff: "Er ist von hinten gekommen, hat brutal am Riemen gerissen und mich mitgezogen." Zwei Passanten eilten der Frau sofort zu Hilfe, alarmierten die Einsatzkräfte. Noch immer habe sie Schmerzen in Händen und Gelenken, so die 85-Jährige. Eine Operation sei ihr aber erspart geblieben.

Entschuldigungsbrief an Opfer

Der Angeklagte bekannte sich schuldig, hatte sich noch am selben Tag der Polizei gestellt. "Es tut mir wirklich sehr leid. Ich möchte mich beim Opfer entschuldigen." Weil die Pensionistin keinen direkten Kontakt wollte, ließ er ihr über seinen Verteidiger einen Entschuldigungsbrief zukommen.

500 Euro von Familie

Die Familie des 18-Jährigen hatte 500 Euro gesammelt, um der Frau zumindest einen Teil des Schadens sofort zu ersetzen. Das Gericht sprach der Wienerin 4.000 Euro Schmerzensgeld zu. Das geraubte Bargeld hatte die Versicherung bereits ersetzt.

Tränen bei Urteil

Das Urteil: fünf Jahre Haft, davon 20 Monate unbedingt, bereits rechtskräftig, zusätzlich wurde Bewährungshilfe angeordnet. Der 18-Jährige wurde nach dem Prozess zurück in eine Zelle in der Justizanstalt gebracht, er bleibt in Haft. Als das Urteil gesprochen wurde, brach die Mutter des 18-Jährigen im Gerichtssaal in Tränen aus.

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