"Heute"-Kommentar

Rapid-Fans: Wrabetz verschießt nächsten Elfmeter

Rapid-Fan-Chaoten erzwangen im Derby bei der Austria fast einen Abbruch. Klubboss Wrabetz verurteilte den Eklat erst, rudert jetzt aber wieder zurück.
Klaus Pfeiffer
23.02.2026, 07:05
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"Niemand steht über dem Verein" – so lautet eine fundamentale Fußball-Weisheit. Sie gilt für Spieler, Trainer, Funktionäre und Fans. Letztere – zumindest ein kleiner Teil bei Rapid – halten sich offensichtlich nicht an dieses ungeschriebene Grundgesetz.

Mehr als zwei Millionen Euro an Strafen kosteten Rapid in den letzten Jahren die verschiedenen Ausschreitungen des organisierten Anhangs. Von Schäden an der Klub-Reputation ganz zu schweigen.

Nicht beispielhaft für Fantreue

Beim jüngsten 2:0-Heimerfolg über Wolfsberg stellte der "Block West" seinen Support ein, blieb der Tribüne fern. Nur ein Banner war zu sehen, darauf stand: "Wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von diesen sportlichen Leistungen."

In einer sportlichen Ausnahmesituation nach zwölf Spielen ohne Sieg und mit dem Zittern um die Top 6 verweigerte der harte Fan-Kern den Spielern die notwendige Unterstützung.

Diese Form des Protests ist nicht beispielhaft für eine bedingungslose Fantreue, ist aber legitim. Nicht in Ordnung waren die erneuten Pyro-Ausschreitungen im Derby.

Krankl: "Niemand im Klub traut sich"

Klub-Legende Hans Krankl fand dazu klare Worte, verurteilte dabei die jahrelange Tatenlosigkeit des Klubs. "Das geht gar nicht, dem muss man Einhalt gebieten. Diese Fans muss man zur Verantwortung ziehen", sagt er vor dem Sky-Mikro. Nachsatz: "Aber niemand von Rapid traut sich darüber zu reden, was passiert ist. Das sind ja nur wenige, die das machen, das sind ja nicht alle. Das muss ein kleiner Kreis sein, den muss ich finden – und das hätte schon viel früher passieren sollen."

Wrabetz rudert zurück

Spätestens jetzt hätte der Klub Gelegenheit dazu. Klubboss Alexander Wrabetz vergibt den aufgelegten Elfmeter aber. Distanzierte er sich in einer ersten Klub-Stellungnahme noch von den Ausschreitungen, relativierte er sie jetzt wieder.

"Ein Derby ist ein zu emotionalisiertes Spiel, um die Emotionen immer unter Kontrolle zu halten", behauptete er. Heißt: Einem erwachsenen Menschen ist es in einem Fußball-Spiel nicht möglich, nicht mit Feuerwerkskörpern auf andere Personen zu schießen, wenn das Spiel nicht in seinem Sinne verläuft.

Das ist die Botschaft des Klubs und das ist schade. Vor allem für die vielen Tausenden Anhänger des Vereins, die ihre Liebe zum Klub ohne Eskalationen zeigen und ein Fußball-Spiel ohne ständige Ausschreitungen genießen möchten.

So bleibt Rapid nur noch eine andere Fußball-Weisheit: Tradition kann man nicht kaufen, kaufen davon kann man sich aber auch nichts.

{title && {title} } kpf, {title && {title} } Akt. 23.02.2026, 14:54, 23.02.2026, 07:05
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