Frankreichs Politik und europäischer Hochadel sorgen derzeit für reichlich Gesprächsstoff: Rund um den Rechtsaußen-Politiker Jordan Bardella (30) verdichten sich die Hinweise auf eine Beziehung zu einer echten Prinzessin – und das Bild, das sich daraus ergibt, wirkt wie aus einem modernen Märchen.
Ausgelöst wurden die Spekulationen durch Fotos der Illustrierten "Paris Match". Darauf zeigt sich Bardella Hand in Hand mit Maria Carolina von Bourbon-Sizilien bei einem Spaziergang auf Korsika. Die Zeitschrift schwärmt von "klassischer Eleganz" und einem "unglaublich untypischen Paar". Beide seien hochgewachsen, stilvoll gekleidet und in perfekter Harmonie – sogar ihre Sonnenbrillen hätten sie im Gleichschritt aufgesetzt.
So ähnlich die Bilder wirken, so unterschiedlich sind die Lebenswege der beiden. Bardella, Sohn italienischstämmiger Arbeiter, wuchs im sozial geprägten Pariser Vorort Drancy auf, ohne abgeschlossene Ausbildung. Heute steht er seit 2022 an der Spitze des Rassemblement National (RN) und gilt als politische Nachwuchshoffnung der französischen Rechten.
Maria Carolina entstammt hingegen der Bourbonen-Dynastie und gilt als Erbprinzessin. Die 22-Jährige ist international unterwegs, spricht mehrere Sprachen, arbeitet als Influencerin und gelegentlich als Model. Zudem engagiert sie sich in wohltätigen Projekten, unter anderem im Bereich Meeresschutz.
Auch die politische Dimension der möglichen Beziehung wird in Frankreich intensiv diskutiert. Bardella gilt als möglicher Favorit für die Präsidentschaftswahl 2027 – insbesondere, falls RN-Gründerin Marine Le Pen nach juristischen Verfahren nicht antreten kann. In Umfragen liegt er derzeit weit vorne. Gleichzeitig stellt sich für viele Beobachter die Frage, wie sehr sein privates Umfeld seine politische Wahrnehmung beeinflussen könnte.
Die französische Presse sieht die Verbindung teilweise kritisch. Während einige von einem glamourösen Aufstiegssymbol sprechen, warnen andere vor zu viel "Glitzer". Die Zeitung "Le Parisien" hält die blaublütige Italienerin für Teile der RN-Wählerschaft sogar für "zu bling-bling". Denn die Partei versteht sich offiziell als Vertreterin der "kleinen Leute" – einer Wählerschaft, die traditionell skeptisch auf Eliten und aristokratische Herkunft reagiert.
Hinzu kommt eine internationale Verbindung: Sowohl Bardella als auch Maria Carolina hatten bereits Berührungspunkte zu Donald Trump. Bardella gilt politisch als Trump-nah, während Maria Carolina als Jugendliche die US-Präsidentenresidenz Mar-a-Lago besuchte.
Auch historisch birgt die Verbindung Sprengstoff: Die Prinzessin ist eine Nachfahrin von König Ludwig XIV. – ein Detail, das in Frankreich nicht nur Bewunderung, sondern auch republikanische Reflexe auslösen dürfte. Denn zwischen revolutionärem Selbstverständnis und monarchischer Vergangenheit verläuft im Land bis heute eine empfindliche Linie.
Ob es sich bei der Beziehung tatsächlich um große Gefühle oder auch um politische Symbolik handelt, bleibt offen. Sicher ist nur: Die Verbindung zwischen dem aufstrebenden Politiker und der jungen Aristokratin sorgt derzeit weit über Frankreich hinaus für Aufsehen – und könnte im Vorfeld der Präsidentschaftswahl noch für einige Debatten sorgen.