Die Bullen haben sich für die neue Saison eigentlich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Wie auch Ferrari entwickelte der österreichische Rennstall einen ganz besonderen Heckflügel. Dieser konnte sich in den sogenannten Straight Line Zonen, also Vollgasstücke, auf denen Front- und Heckflügel flach gestellt werden dürfen, speziell öffnen.
Das Besondere am Red-Bull-Modell ist, dass sich der Heckflügel komplett dreht, plötzlich auf dem Kopf steht und so den Luftwiderstand verringert. Auch Ferrari setzt auf ein ähnliches Modell. Die Flügel bekamen den Spitznamen "Macarena-Flügel" verpasst.
Zuletzt gab es bei den Bullen aber gravierende Probleme. Verstappen ist schon im Qualifying von Spielberg in der schnellen Kurve neun abgeflogen und heftig in den Reifenstapel gekracht. Ähnliches passierte dem Niederländer auch eine Woche später im Großen Preis von Silverstone in der berüchtigten Stowe-Kurve. Wieder brach das Heck aus, verlor Verstappen seinen RB22 und flog ab.
Was sich da bereits angedeutet hatte, sollen Meldungen zufolge auch Tests in den letzten Tagen in der Red-Bull-Fabrik in Milton Keynes ergeben haben. Beim Macarena-Flügel soll ein Problem mit dem Schließmechanismus bestanden haben. Es bleibe zu lange ein Spalt übrig, der Luft durchlässt, so könne demnach der volle Abtrieb nicht generiert werden.
Verstappen selbst hatte sich bereits nach dem zweiten Crash in Silverstone für einen Umbau des RB22 ausgesprochen, das Problem als "supergefährlich" bezeichnet.
Nun reagierte Red Bull tatsächlich und brachte für den Grand Prix von Belgien in Spa tatsächlich einen Heckflügel mit herkömmlichem Mechanismus mit – ebenso beim Auto des zweiten Red-Bull-Piloten Isack Hadjar. Auch der Motorsport-Weltverband FIA ist zuletzt auf den Plan gerufen worden. Aufgrund der beiden heftigen Abflüge nahmen Kontrolleure den Red-Bull-Flügel genauer unter die Lupe. Hier geht es um die Sicherheit.