Wagt Max Verstappen den Absprung von Red Bull? Diese Frage beschäftigt Formel-1-Fans weltweit. Klar ist: Der Niederländer hat eine Ausstiegsklausel, die in der Sommerpause greift, weil er rechnerisch vor der Saison-Halbzeit nicht mehr die Top-Drei der Fahrer-Weltmeisterschaft erreichen kann. So kann der Vierfach-Champion aus seinem eigentlich bis 2028 laufenden Vertrag aussteigen.
Dass dies durchaus eine mehr als nur realistische Variante ist, zeigte sich in den letzten Wochen. Da knisterte es zwischen dem 28-Jährigen und seinem Red-Bull-Team. Die jüngste Bitte Verstappens, in Silverstone das Setup am RB22 zu ändern und aus der Boxengasse in den Grand Prix zu starten, wurde vom Team verworfen.
Dass sich der Sieger von 71 Formel-1-Rennen nicht zum Energydrink-Imperium bekannte, kam vor allem bei den Bullen-Bossen nicht gut an. Auch der Versuch, Verstappen die Ausstiegsklausel für kolportierte acht Millionen Euro abzukaufen, wurde abgelehnt.
Stattdessen scheint sich Verstappen anderweitig umzuschauen. Und soll laut "PlanetF1" bereits mit Konkurrent McLaren grundsätzlich einig sein. Dort wechselt auch sein Renningenieur und Vertrauensmann Gianpiero Lambiase hin.
Bei McLaren ist allerdings eigentlich kein Platz. Mit Weltmeister Lando Norris und Oscar Piastri stehen zwei talentierte Fahrer beim Rennstall unter Vertrag. Allerdings soll die Situation zwischen den Piloten angespannt sein.
Piastri könnte im Gegenzug zu Red Bull wechseln und Verstappens Platz übernehmen. Die enge Beziehung seines Managers Mark Webber zum Austro-Rennstall wäre ein Türöffner – der Australier fuhr selbst für die "Bullen".
Nun meldete sich Webber aber erstmals persönlich zu Wort und schmetterte die Wechselgerüchte seines Piloten klar ab. "Oscar steht bei McLaren langfristig unter Vertrag. Die Behauptung, dass er auf einen Wechsel drängt, ist Unsinn", wird er auf "Racer.com" zitiert. "Es wurde viel Fiktion über ihn und andere Teams geschrieben. McLaren hat mehrfach betont, dass sie langfristig mit Oscar planen und genau darauf konzentriert sich Oscar."
Das könnte freilich nur ein Geplänkel sein. Der Ex-Pilot weiß selbst, dass Verträge in der Formel 1 oft nicht erfüllt werden. Das merkte jüngst auch Red-Bull-Fahrer Sergio Perez, der trotz eines verlängerten Kontrakts Ende 2024 gehen musste – immerhin kassierte er eine stattliche Abfindung. Dass Piastri im Falle eines Verstappen-Hammers weichen müsste, ist nur logisch.
Piastri selbst hatte in Silverstone die Gerüchte auch zurückgewiesen. "Ich habe einen Vertrag und mehrfach die Bestätigung bekommen, dass das Team sehr glücklich mit mir ist. Ich bin ebenfalls sehr glücklich bei McLaren."