Ende Jänner sorgte eine spektakuläre Aktion der Behörden für Aufsehen in der Gastro-Szene. Mehr als 200 Beamte von Finanzpolizei, Steuerfahndung und Cobra durchsuchten in fünf Bundesländern Lokale, Wohnungen und Betriebe. Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 56-jähriger Mann aus Niederösterreich.
Er soll eine illegale Zusatzsoftware für Registrierkassen entwickelt haben. Damit konnten Umsätze aus Kassensystemen gelöscht werden. Der Schaden für die Republik wird von Ermittlern mit rund fünf Millionen Euro beziffert. Es wurden bei der Aktion mehr als 50 Wohnungen und Betriebsstätten durchsucht – darunter Kaffeehäuser, Bars, Restaurants und auch einzelne Hotelbars.
Der Mann wurde nach der Razzia festgenommen und zunächst in Untersuchungshaft gebracht, kam aber kurze Zeit später wieder frei. Laut Behörden zeigte er sich geständig und erklärte den Ermittlern, wie das System funktioniert haben soll.
Nun sorgt der Fall erneut für Aufsehen. Laut "Profil" soll der Verdächtige inzwischen wieder Kontakt zu Wirten aufgenommen haben, die seit Jahren seine Kassensysteme nutzen.
Den Gastronomen kündige er ein Update für ihre Registrierkassen an. Auffällig: Viele der Betriebe nutzen seine Systeme bereits seit der Einführung der Registrierkassenpflicht – ein Software-Update habe es in all den Jahren nicht gegeben, berichten Wirte laut "Profil".
Für die angeblichen Updates verlangt der Mann zwischen 400 und 600 Euro. Erfolgt die Änderung per Fernwartung, sollen zusätzlich 115 Euro pro Stunde verrechnet werden.
Der Verdacht: Mit den Updates könnten Spuren der mutmaßlichen Betrugssoftware entfernt werden, die auf manchen Geräten installiert gewesen sein soll – teilweise ohne Wissen der Betreiber. Ob dieses Vorgehen strafrechtlich relevant ist, konnten Ermittler bislang nicht bestätigen.
Die Ermittlungen laufen jedenfalls weiter. Nach Angaben des Amts für Betrugsbekämpfung ist die Zahl der verdächtigen Betriebe inzwischen von rund 50 auf etwa 150 Unternehmen gestiegen.