Der April 2026 fiel in Österreich nach Angaben der Experten des Wetterdiensts UBIMET rund 1 Grad milder aus als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Das alleine wäre noch kein großer Grund zur Sorge, doch war der Monat zudem von großer Trockenheit geprägt. Regional wurden neue Negativrekorde verzeichnet.
Grund dafür waren wiederholte blockierte Hochdrucklagen in Mitteleuropa, wobei zeitweise auch kontinentale Kaltluft einströmte. Besonders im Süden war es über weite Strecken milder als üblich: Die größten positiven Temperaturabweichungen wurden mit bis zu +3 Grad vom Tiroler Oberland bis nach Oberkärnten verzeichnet.
"In Osttirol und Oberkärnten war es der drittwärmste April seit Messbeginn", erklärt Nikolas Zimmermann, Meteorologe bei UBIMET. Nahezu durchschnittliche Werte wurden hingegen vom Mühlviertel bis ins östliche Flachland registriert.
Beim Niederschlag wurden im landesweiten Flächenmittel nur rund 31 Prozent der üblichen Menge erreicht. Damit zählt dieser April zu den trockensten seit Messbeginn. "Besonders extrem war die Trockenheit vom Lungau über das Murtal bis in die Oststeiermark und in Teilen des Wald- und Weinviertels", so Zimmermann. Dort fielen teilweise nur 10 bis 15 Prozent der üblichen Regenmenge.
"An mehreren Stationen wurden neue Negativrekorde verzeichnet, etwa in Bruck an der Mur, Zeltweg, Seckau, Gleisdorf, St. Andrä im Lavanttal und Obertauern. Insgesamt war der Zeitraum März bis April in Österreich noch nie so trocken wie heuer, was zu einer zunehmend hohen Waldbrandgefahr geführt hat. Lediglich im Tiroler Oberland wurden annähernd durchschnittlichen Niederschlagsmenge registriert.
In Wien-Stammersdorf sind im gesamten April etwa nur drei Liter pro Quadratmeter gefallen. Nassester Ort war Warth in Vorarlberg mit ebenfalls überschaubaren 58 Litern.
Auch erste Gewitter waren dabei. Im April wurden in Österreich 17.619 Blitzentladungen erfasst, davon alleine rund 9.500 am 19. April. Die größte Anzahl an Entladungen trat in der Steiermark, in Kärnten und in Vorarlberg auf. "Die Bezirke mit der höchsten Blitzdichte waren Feldkirch, Deutschlandsberg und Dornbirn", erklärt Zimmermann.
Trotz einzelner intensiver Gewitterlagen blieb die Blitzaktivität unter den Erwartungen: Österreichweit wurden rund 37 Prozent weniger Blitze als üblich verzeichnet.
Bei der Sonnenscheindauer zeigte sich der April insgesamt überdurchschnittlich. Österreichweit wurde ein Plus von rund 12 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel verzeichnet. Besonders sonnig war es im Westen und Süden des Landes, während sich vom Salzburger Land bis nach Wien weitgehend durchschnittliche Werte ergaben. Die sonnigste Messstation des Landes war Andau im Burgenland mit in Summe 269 Sonnenstunden.