Eine neue Onlinekarte des Umweltministeriums zeigt erstmals detailliert, wo Flüsse in Österreich wieder natürlicher werden könnten. Grundlage ist eine Analyse zur EU-Renaturierungsverordnung. Laut WWF-Recherche könnten hierzulande insgesamt 2.531 Kilometer Flüsse renaturiert werden. Allein bis 2030 sollen knapp 450 Kilometer wieder freier fließen.
Die EU verfolgt ein großes Ziel: Bis 2030 sollen europaweit 25.000 Flusskilometer wieder frei fließen und Auen reaktiviert werden. Auch Österreich muss dazu beitragen. Intakte Flüsse bringen laut WWF viele Vorteile. Sie schützen vor Hochwasser, sichern Wasserreserven und sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
In Wien ist etwa der Rückbau von Querbauwerken im Mauerbach entlang von drei Kilometern geplant. In Niederösterreich (rund 140 Kilometer allein bis 2030 geplant) sind die Potenziale aufgrund intensiver Landnutzung begrenzt, dennoch sind zum Beispiel an der March positive größere Renaturierungen geplant.
Nicht alle Bundesländer überzeugen mit ihren Plänen. Besonders Tirol steht in der Kritik. Laut WWF fehlen wichtige Projekte - etwa an der Isel, einem besonders wertvollen Fluss. Gemeldet wurden dort nur 26 Kilometer Renaturierung bis 2030. Dabei gäbe es laut Experten deutlich mehr Möglichkeiten, Flüsse wieder natürlicher zu gestalten.
Im Bundesländer-Vergleich zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Steiermark plant mit 158 Kilometern bis 2030 die umfangreichsten Renaturierungen. Auch Salzburg, Kärnten und das Burgenland planen größere Projekte.
In anderen Bundesländern sehen Naturschützer noch ungenutzte Chancen. Besonders in Oberösterreich gäbe es laut WWF mehrere Flüsse mit großem Renaturierungs-Potenzial.