"Vom Schwund zum Zerfall"

Abschied naht – Österreich bald ohne Gletscher

Unsere ikonischen Gletscher schmelzen unaufhaltsam ihrem Ende entgegen. Laut neuem Bericht des Alpenvereins droht bald ein Alpenraum ohne Eis.
Bernd Watzka
13.03.2026, 14:17
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Gletscherdämmerung in den Alpen: Die Eisgiganten Österreichs ziehen sich weiter rasant zurück. Laut aktuellem Bericht des Österreichischen Alpenvereins schrumpften 94 von 96 beobachteten Gletschern in der Messperiode 2024/25. Im Schnitt verloren sie rund 20 Meter an Länge, wie der Alpenverein berichtet.

Besonders stark traf es den Alpeiner Ferner in den Stubaier Alpen in Tirol. Dort zog sich das Eis um gewaltige 114,3 Meter zurück. Auch die berühmte Pasterze am Großglockner verliert weiter an Substanz und könnte bald auseinanderbrechen.

Fläche schrumpft dramatisch

Insgesamt gibt es in Österreich rund 900 Gletscher. Gemeinsam bedecken sie derzeit 286 Quadratkilometer. Noch vor zehn Jahren waren es 328 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Die Fläche Wiens beträgt etwa 415 Quadratkilometer. Der Rückgang zeigt also deutlich, wie rasch die Eislandschaften im Hochgebirge verschwinden.

Gletscher bald nur noch vereinzelt

Experten rechnen damit, dass Gletscher in Österreich bald nur noch in wenigen geschützten Lagen existieren werden. Schon um das Jahr 2050 könnten sie weitgehend aus der Landschaft verschwunden sein, wie der Gletschermonitor des Alpenvereins zeigt.

Der Rückgang ist Teil einer langen Messreihe: Seit 135 Jahren beobachten Fachleute die Veränderungen der Gletscher. Auch wenn der aktuelle Wert etwas unter den Rekordjahren liegt, zählt er weiterhin zu den größten Verlusten.

Warm und trocken - schlecht fürs Eis

Der Grund für den starken Rückgang liegt vor allem am Wetter. Der vergangene Winter war, auch aufgrund der Erderwärmung, schneearm und zu warm, dazu kam ein außergewöhnlich heißer Frühsommer. Gleichzeitig fiel deutlich weniger Niederschlag als üblich. Diese Kombination setzt den Gletschern massiv zu.

"Vom Schwund zum Zerfall"

Viele Gletscher verlieren inzwischen nicht nur an Länge. Laut Experten beginnen sie, sich regelrecht zu zersetzen, es komme "vom Schwund zum Zerfall": Eisflächen brechen auseinander, Felsstufen werden sichtbar und ganze Zungen stürzen ein. Einziger (optischer) Trost: Durch das Schmelzwasser könnten im Alpenraum bis zu 200 neue Seen entstehen.

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