Kalifornien erlebte zwischen 2012 und 2015 eine der schlimmsten Dürren seit mehr als einem Jahrtausend. Mehr als 100 Millionen Bäume starben in dieser Zeit. Die extreme Trockenheit war Teil einer langen Megadürre, die bereits um das Jahr 2000 begonnen hatte.
Viele Pflanzenarten kamen mit den neuen Klimabedingungen nicht zurecht. Selbst Arten, die normalerweise als widerstandsfähig gelten, litten massiv unter der anhaltenden Hitze und dem Wassermangel.
Eine Pflanze überraschte die Forscher: die Scharlachrote Gauklerblume. Die leuchtend rote Wildblume wächst normalerweise an feuchten Orten, etwa entlang von Bächen. Trotzdem schafften es einige Populationen, die extreme Dürre zu überleben. Für Wissenschaftler war schnell klar, dass dahinter mehr stecken musste als nur Zufall.
Ein Team von Forschern untersuchte insgesamt 55 Populationen der außergewöhnlichen Pflanze (lat. Mimulus cardinalis). Über acht Jahre hinweg beobachteten sie die Bestände in der Natur und analysierten gleichzeitig das Erbgut der Blumen.
Dabei entdeckten sie deutliche genetische Veränderungen. Die Pflanzen hatten sich offenbar innerhalb kurzer Zeit an die neuen, extrem trockenen Bedingungen angepasst, wie sie in ihrer Studie darlegten.
Die Wissenschaftler sprechen bei der Gauklerblume von einer sogenannten "evolutionären Rettung". Dabei überleben jene Individuen, deren Gene besonders gut zu den neuen Umweltbedingungen passen.
Diese Pflanzen vermehren sich anschließend stärker als andere. So kann sich eine ganze Population langsam erholen, obwohl sie zuvor kurz vor dem Aussterben stand.
Bisher kannten Forscher dieses Phänomen aus Laborversuchen. In freier Wildbahn gab es dafür bislang nur Hinweise. Die neue Studie liefert nun erstmals klare Belege dafür, dass eine rasante Evolution auch draußen in der Natur stattfinden kann - und Arten so vor dem Aussterben retten kann.