Riesiges Hagelunwetter zerschießt Autos und Häuser

Ein extremes Hagel-Unwetter wütete über Österreich. Erwischt hat es vor allem Salzburg: Straßen voll Eis, Zug lahmgelegt, Autos und Häuser beschädigt. 

Golfball-große Hagelkörner schossen am Dienstag während eines riesigen Unwetters über Österreich vom Himmel. Besonders stark fiel das Gewitter in Oberösterreich und Salzburg aus. Die Österreichische Unwetterzentrale hatte für Teile des Landes die höchste Wetter-Warnstufe ausgerufen. Fotos zeigen große Schäden und riesige Hagel-Bälle. Sowohl in Salzburg, als auch in Oberösterreich wurden Straßen blitzschnell von einer Hagel-Eisschicht bedeckt.

Gegen 19:20 Uhr zog eine Gewitterzelle von Zell am Moos aus über Tiefgraben bis Mondsee. Der extreme starke und große Hagel hat zahlreiche Schäden angerichtet. Die Gewalt des Gewitters war so groß, dass Hagel sowohl Hausdächer als auch Autoscheiben durchschlug. Dutzende Dächer von Häuser wurden ebenso beschädigt wie Hunderte Autos. Die Feuerwehr stand zudem wegen überfluteten Kellern, entwurzelten Bäumen und verlegten Straßen im Großeinsatz.

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Dächer und Scheiben komplett durchschlagen

Beim Autohaus Reiser in Tiefgraben wurden so gut wie alle Fahrzeuge im Freien stark beschädigt, bei fast jeder Halle der zahlreichen Firmen in dem Gebiet wurden die kompletten Lichtkuppeln auf den Dächern zerstört, berichtet ein Fotograf des Portals "FMT-Pictures". Bei der Firma Claro wurde die Fassade des im baubefindlichen Gebäude komplett vernichtet. Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften standen im Großeinsatz und das auch noch nach Mitternacht.

FMT-Pictures - FM

Der Gesamtschaden dürfte in die Millionen gehen. Zwischen Hallwang und Bergheim wiederum stürzte durch das Unwetter ein Baum auf die Oberleitung der Westbahn, berichtet der "ORF". Der Lokführer des ÖBB-Railjet-Fernzuges musste eine Notbremsung einleiten, der Zug blieb auf der Strecke von Wien nach Salzburg liegen. In Oberösterreich kam zudem heftiger Sturm zum Gewitter: Zahlreiche Wohnhäuser wurden zerschossen oder komplett abgedeckt.

"Noch nie dagewesenes Hagelereignis"

Von einem "noch nie dagewesenem Hagelereignis" spricht gar die Österreichische Hagelversicherung. "Ein einzelnes Schadensereignis wie noch nie in der Geschichte der Österreichischen Hagelversicherung! Innerhalb von 24 Stunden entstand in der Landwirtschaft in Oberösterreich durch schwere Hagelunwetter ein Gesamtschaden von 22 Millionen Euro. Ein trauriger Rekord", so der Vorstandsvorsitzende Kurt Weinberger.

Die Unwetter begannen in Oberösterreich bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag und verursachten nach Mitternacht insbesondere im Innviertel erste schwere Schäden in der Landwirtschaft. Starkniederschläge mit bis zu hühnereigroßen Hagelschloßen setzen sich am Dienstag am späten Nachmittag bis in die Abendstunden von Bayern kommend ostwärts fort.

"Binnen weniger Minuten regelrecht gehäckselt"

"Hauptbetroffen sind durch den katastrophalen Hagelzug am Abend die Bezirke Vöcklabruck, Gmunden, Kirchdorf und Steyr-Land. Die Gewitterfront hatte eine Breite von bis zu 13 Kilometern und wurde auf dem weiteren 'Feldzug' südlich der Autobahn A1 Richtung Osten erst an der Grenze zu Niederösterreich nach einer Länge von knapp 80 Kilometern schwächer."

ÖHV / OTS

Die Konsequenz: Auf einer Fläche von 40.000 Hektar wurden Acker-, Obst-, Gemüsekulturen und das Grünland schwerstens geschädigt. "Binnen weniger Minuten wurden landwirtschaftliche Kulturen regelrecht gehäckselt", so der zuständige Landesleiter in Oberösterreich, Wolfgang Winkler. 

Unwetter-Gefahr bleibt weiter aufrecht

Am Mittwoch setzt sich die Zweiteilung beim Wetter fort. An der Alpennordseite bleibt es wechselhaft, wobei auch hier die Gewitterneigung untertags vorübergehend abnimmt. Gegen Abend wird es aber von Vorarlberg bis Oberösterreich wieder vermehrt gewittrig mit lokaler Unwettergefahr. Von Osttirol bis nach Niederösterreich scheint häufig die Sonne und es bleibt meist trocken. Bei anfangs lebhaftem, tagsüber abflauendem Nordwestwind liegen die Höchstwerte von Nordwest nach Südost zwischen 22 und 35 Grad.

FMT-Pictures - FM

Der Donnerstag verläuft von Vorarlberg bis ins Waldviertel weiterhin unbeständig mit Regenschauern und Gewittern, im Osten und Süden scheint dagegen häufig die Sonne. Im Tagesverlauf steigt aber auch hier die Gewitterneigung ein wenig an, in der schwülen Luft können die Gewitter heftig ausfallen mit entsprechender Unwettergefahr. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen 20 Grad im Bregenzerwald und 36 Grad ganz im Südosten.

Wetter-Besserung erst am Samstag

Auch am Freitag bleibt es im Osten und Süden zunächst noch sonnig und schwül-heiß, im Tagesverlauf wird es aber auch hier vermehrt gewittrig mit Unwettergefahr. Im Donauraum ziehen ebenfalls teils gewittrige Schauer durch, von Vorarlberg bis ins Salzkammergut überwiegen die Wolken und es regnet zeitweise. Die Temperaturen gehen langsam zurück und liegen von Nordwest nach Südost zwischen 17 und 32 Grad.

Der Samstag hat etwas ruhigeres Sommerwetter zu bieten. Die meiste Zeit des Tages scheint die Sonne, über dem Hügel- und Bergland bilden sich im Laufe des Tages einzelne Schauer oder Gewitter. Dabei ist die Unwettergefahr aber deutlich geringer als an den Vortagen, im Flachland bleibt es meist trocken. Bei mäßigem bis lebhaftem Nordwestwind liegen die Höchstwerte zwischen 22 und 30 Grad.

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