In der beliebten Urlaubsregion Toskana schlummert unter der Erde ein verborgenes Geheimnis: eine riesige Kammer voller glutflüssigen Gesteins. Das Reservoir enthält etwa 6.000 Kubikkilometer Magma – vergleichbar mit dem berüchtigten Yellowstone-Supervulkan in den USA.
Entdeckt wurde die unterirdische Glut von Wissenschaftlern rund um Matteo Lupi von der Universität Genf. Das Team hatte im Jahr 2020 ein Netz von 60 Seismometern in der Region aufgestellt und damit die Erdkruste durchleuchtet.
Wie scinexx.de unter Berufung auf die Studie in Communications Earth & Environment berichtet, liegt die Magmakammer in einer Tiefe von acht bis 15 Kilometern. Im Kerngebiet besteht sie zu über 80 Prozent aus flüssiger Schmelze.
Doch trotz der gewaltigen Magmamenge gibt es offenbar keinen Grund zur Panik. Anders als andere Supervulkane hat die toskanische Magmakammer noch nie einen großen Ausbruch verursacht – und das wird wohl auch so bleiben.
Die Forscher vermuten, dass das Magma besonders zähflüssig ist. Diese Eigenschaft verhindert, dass die Schmelze nach oben steigt und ausbricht. Nach Einschätzung des Teams ist deshalb auch in naher Zukunft keine Eruption zu erwarten.
Die Region war schon länger für ihre heißen Quellen und Gasaustritte bekannt. In Larderello steht das älteste Geothermie-Kraftwerk der Welt. Nun ist klar, woher die unterirdische Wärme stammt – aus dem gewaltigen Magmareservoir in der Tiefe.