3-Achsen-Gimbal

Robot Phone – Honor baut plötzlich ein Roboter-Handy

Ein Smartphone, dessen Kamera sich selbst bewegt: Honor bringt in China mit dem Robot Phone ein ungewöhnliches neues Gerät auf den Markt.
Rene Findenig
17.08.2026, 20:06
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Bei Smartphones ist die Kamera normalerweise fest im Gehäuse verbaut. Honor geht jetzt einen ungewöhnlichen Weg: Das neue Robot Phone besitzt einen mechanischen Gimbal, der direkt im Smartphone steckt. Dadurch kann sich die Kamera bewegen und ihre Position während der Aufnahme verändern. Honor spricht von einem 4DoF-System. Hergestellt wird der Titanium Agile Gimbal in 60 einzelnen Fertigungsschritten. Mehr als 100 Präzisionsteile und über 100 Patente sollen in der Konstruktion stecken. Gegenüber herkömmlichen externen Gimbals habe Honor die Größe des Systems um 65 Prozent reduziert.

Gleichzeitig soll die Stabilität um 200 Prozent erhöht worden sein. Der Gimbal-Motor wiegt laut Hersteller 2,6 Gramm und kann sich bis zu 360 Grad pro Sekunde bewegen. Dazu kommt ein "Super Steel Flip"-Motor mit einer Drehmomentdichte von 120 N·m/L. Das Prinzip einfach erklärt: Statt das Smartphone beim Filmen selbst bewegen zu müssen, kann die Kamera einen Teil dieser Arbeit übernehmen. Auch bei den Kameras setzt Honor auf große Zahlen. Auf der Rückseite sitzen zwei Sensoren mit jeweils 200 Megapixeln. Die Hauptkamera verwendet einen 1/1,28-Zoll-Sensor und eine Blende von f/1.6. Sie ist direkt mit dem Gimbal verbunden.

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Zwei 200-Megapixel-Kameras

Daneben gibt es eine 200-Megapixel-Periskop-Telekamera mit 1/1,4-Zoll-Sensor und 2,7-fachem optischem Zoom. Ergänzt wird das System durch eine 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit einem Sichtfeld von 122 Grad. Noch interessanter wird es bei der Videoaufnahme. Die bewegliche Hauptkamera unterstützt 10-Bit-Aufnahmen mit Arri LogC3 im Arri Cinema Mode. Honor arbeitet dafür mit Arri zusammen und integriert ausgewählte Bestandteile der Arri Image Science sowie entsprechende Arbeitsabläufe für die Nachbearbeitung. Die Zusammenarbeit geht über einfache Farbfilter hinaus.

Unterstützt werden Arri LogC3, Arri Wide Gamut 3 und Arri Looks. Die Verarbeitung übernimmt unter anderem der Honor-H1-Bildprozessor. Eine KI-basierte Rauschreduzierung soll das Signal-Rausch-Verhältnis bei Videos um 8 dB verbessern. Der angegebene Dynamikumfang liegt bei bis zu 14 Blendenstufen. Bei der Verarbeitung werden die Bilddaten zunächst im Raw-Bereich entrauscht. Danach erfolgt laut Honor eine Verarbeitung mit 14 Bit und 4:4:4, bevor das Video mit 10 Bit LogC3 und 4:2:2 ausgegeben wird. Arri Looks lassen sich bereits während der Aufnahme in der Vorschau anzeigen.

Die Kamera versucht, dir zu folgen

Für die weitere Bearbeitung nennt Honor unter anderem DaVinci Resolve. Dort sollen sich Arri Luts in den mobilen Aufnahme- und Bearbeitungsablauf einbinden lassen. Der eigentliche Unterschied zu einem normalen Smartphone steckt aber in der Bewegung. Das Robot Phone verfügt über mehrere Modi für den beweglichen Kameraarm. Dazu gehören Tilt Lock, First Person View, FPV Vertical und AI SpinShot. Mit MagicOS kommt außerdem der Yoyo Robot Mode hinzu. Dabei kombiniert das Smartphone laut Honor die Erkennung von Umgebungen und Gesten mit Sprachverarbeitung und den mechanischen Bewegungen des Kameraarms.

Das ist vor allem für Vlogs, Livestreams oder Videoanrufe gedacht. Du kannst dich dabei bewegen, während die Kamera versucht, dich weiterhin im Bild zu halten. Eine KI-Objektverfolgung soll dabei helfen. Auch Gesten ohne Berührung sind möglich: Der Kameraarm kann damit ausgefahren und eine Aufnahme ausgelöst werden. Yoyo Auto Execution soll als systemweiter KI-Agent Nutzerabsichten erkennen und mehrstufige Aufgaben in unterstützten Apps und Systemeinstellungen ausführen können. Über eine offene Agent-Skills-Schnittstelle sollen außerdem Entwickler eigene Anwendungen erstellen können.

Technisch ist das Robot Phone ansonsten als Oberklasse-Smartphone ausgelegt. Zum Einsatz kommt die Snapdragon 8 Elite Gen 5 Mobile Platform. Honor nennt ein eigenes Kühlsystem für längere Videoaufnahmen. Der Akku fällt mit 7.060 mAh ungewöhnlich groß aus. Geladen wird mit bis zu 120 Watt per Kabel oder mit bis zu 50 Watt kabellos über Honor SuperCharge. Beim Display handelt es sich um ein 6,31 Zoll großes LTPO-OLED-Panel. Die Bildwiederholrate kann sich zwischen 1 und 120 Hertz anpassen. Als maximale Helligkeit nennt Honor 6.800 Nits. Dazu kommen 4320-Hz-PWM-Dimming und das NanoCrystal Shield als Displayschutz.

Das Gehäuse besteht aus einem Metall-Unibody. Honor setzt dabei auf fließende Übergänge an den Kanten. Das Unternehmen bezeichnet die Konstruktion als Neuheit im Android-Bereich. Das Robot Phone kommt vorerst nicht nach Europa. Honor hat den Verkauf zunächst ausschließlich für China angekündigt. In China gibt es zwei Speichervarianten. Die Version mit 12 GB Arbeitsspeicher und 512 GB internem Speicher kostet umgerechnet rund 1.280 Euro. Für 16 GB RAM und 1 TB Speicher werden umgerechnet 1.660 Euro verlangt. Eine Europa-Verfügbarkeit wurde bisher nicht angekündigt.

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