Honor läutet eine neue Ära ein. Der Technologiekonzern hat am Mittwoch ein neues Markenlogo vorgestellt und verbindet den neuen Auftritt mit einer umfassenden Neuausrichtung des Unternehmens. Künftig will sich Honor nicht mehr in erster Linie als Smartphone-Hersteller verstehen, sondern als Anbieter eines offenen KI-Ökosystems mit Geräten und Diensten, die enger zusammenarbeiten sollen. Mit dem neuen Erscheinungsbild soll dieser Strategiewechsel auch nach außen sichtbar werden.
Das Unternehmen erklärte, das Logo stehe für den Beginn eines neuen Kapitels. Gleichzeitig werde der bisher intern genutzte Leitsatz "Dare to be" nun zum offiziellen weltweiten Markenslogan. Honor beschreibt den Schritt als langfristige Entwicklung und nicht als kurzfristige Änderung des Markenauftritts. Nach Angaben des Unternehmens soll der Schwerpunkt künftig stärker auf künstlicher Intelligenz liegen. Dabei geht es nicht nur um Smartphones, sondern um das Zusammenspiel verschiedener Geräte innerhalb eines Systems.
Der Konzern spricht davon, die Beziehung zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz neu gestalten zu wollen. Ziel sei es, Geräte und Software enger miteinander zu verbinden und über klassische Produktkategorien hinauszudenken. Honor bezeichnet diesen Weg als Teil seiner langfristigen "Alpha-Strategie" sowie der "AHI-Philosophie", die nun zunehmend in konkrete Produkte und Entwicklungen einfließen solle. Zu den Projekten, mit denen Honor seine Neuausrichtung untermauert, zählt das Unternehmen mehrere Entwicklungen.
So verweist der Hersteller auf das "Robot Phone", mit dem eine neue Gerätekategorie geschaffen werden soll. Außerdem hebt Honor die Entwicklung eines humanoiden Roboters hervor. Nach Unternehmensangaben absolvierte dieser erfolgreich einen Halbmarathon. Damit wolle man zeigen, dass die eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten längst über klassische Unterhaltungselektronik hinausreichen. Auch bei der Software plant Honor den nächsten Schritt.
Das Unternehmen spricht vom Übergang von KI-Funktionen direkt auf Geräten hin zu einem systemweiten Zusammenspiel. Grundlage soll ein KI-gesteuertes Betriebssystem mit der Bezeichnung "Agentic OS" werden. Im Bereich der Smartphone-Fotografie verweist Honor auf sein Bildverarbeitungssystem "AiMAGE". Dabei werden laut Unternehmen Rechenprozesse zwischen Smartphone und Cloud aufgeteilt. Auch arbeitet Honor mit dem Kamerahersteller Arri zusammen. Diese Kooperation soll die Bildqualität mobiler Kameras weiter verbessern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einem offenen Ökosystem. Honor betont, verstärkt mit Partnerunternehmen zusammenarbeiten zu wollen. Das System solle nicht auf einzelne Gerätekategorien beschränkt bleiben, sondern viele Produkte miteinander verbinden. Parallel dazu möchte sich die Marke stärker an eine jüngere Zielgruppe richten. Kooperationen mit internationalen Veranstaltungen, Designpartnern und Projekten außerhalb des klassischen Smartphone-Geschäfts sollen diesen Kurs unterstützen.
Nach Unternehmensangaben zeigt sich die strategische Neuausrichtung bereits in den Geschäftszahlen. Im ersten Quartal 2026 habe Honor ein Wachstum von 25 Prozent erzielt und sei damit nach eigenen Angaben die einzige chinesische Smartphone-Marke mit positivem Wachstum in diesem Zeitraum gewesen. Mehr als die Hälfte des Umsatzes werde inzwischen außerhalb des Heimatmarktes erzielt. Außerdem sieht sich Honor im weltweiten Markt für faltbare Smartphones auf Platz zwei.