Mobilfunker rüsten auf

So wollen A1, Drei und Magenta bei Kunden punkten

A1, Drei und Magenta bauen ihre Angebote aus. Im Fokus stehen mehr Sicherheit, schnelleres 5G und Auslandsreisen ohne Kostenfallen.
Digital  Heute
29.07.2026, 18:37
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Österreichs Mobilfunkanbieter setzen derzeit unterschiedliche Schwerpunkte, verfolgen aber ein gemeinsames Ziel: Kundinnen und Kunden sollen sicherer und einfacher vernetzt sein. Während Drei mit seinem 5G-Netz europaweit eine Spitzenposition hervorhebt, bauen A1 und Magenta ihre Sicherheitsangebote deutlich aus. Gleichzeitig zeigt eine neue Magenta-Studie, wie selbstverständlich mobiles Arbeiten auf Dienstreisen inzwischen geworden ist – und warum Roaming-Kosten viele Unternehmen trotzdem noch beschäftigen.

Für viele Betriebe gehört die digitale Verbindung heute genauso selbstverständlich zum Arbeitsalltag wie Laptop oder Firmenwagen. Laut einer von Magenta beauftragten Untersuchung führen 32 Prozent der österreichischen Unternehmen Dienstreisen ins Ausland durch. Davon reisen 20 Prozent ausschließlich innerhalb der Europäischen Union, weitere 12 Prozent auch in Länder außerhalb der EU. Entsprechend hoch ist die Bedeutung einer funktionierenden Mobilfunkverbindung.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

In der EU ist Roaming bei 92 % der Unternehmen grundsätzlich oder für einige Beschäftigte freigeschaltet. Selbst bei Reisen außerhalb Europas ist Roaming noch bei 81 % aktiviert. Werner Kraus, Chief Commercial Officer Business bei Magenta: "Internationale Vernetzung ist heute zur absoluten Selbstverständlichkeit geworden. Wer heute geschäftlich unterwegs ist, erwartet dieselbe digitale Erfahrung wie im Büro: Videokonferenzen, Cloud-Anwendungen, Messenger-Dienste und der Zugriff auf Unternehmensdaten müssen jederzeit und überall funktionieren."

Hohe Rechnungen bleiben ein Ärgernis

Ganz ohne Probleme verlaufen Dienstreisen allerdings nicht. 38 % der Unternehmen geben an, außerhalb der EU bereits von hohen Roaming-Kosten überrascht worden zu sein. Weitere 25 % berichten von mehreren solchen Erfahrungen. Deshalb informieren sich mittlerweile 85 % der Unternehmen vor Reisen außerhalb der EU über die Roaming-Tarife. 53 % machen diesen Kostencheck sogar vor jeder einzelnen Reise. Selbst Unternehmen, die ausschließlich innerhalb der EU unterwegs sind, kontrollieren häufig vorab die möglichen Gebühren.

Auch bei der mobilen Datennutzung zeigt sich ein deutlicher Trend. 90 % der Unternehmen ermöglichen ihren Beschäftigten unterwegs den Zugriff auf mobiles Internet. Selbst außerhalb der Europäischen Union sind es noch 80 %. Außerhalb der EU greifen bereits 55 % der Unternehmen auf spezielle Roaming-Pakete zurück. WLAN bleibt mit 57 % zwar leicht vorne, lokale SIM-Karten kommen dagegen nur bei 36 % der Unternehmen zum Einsatz. Weitere 7 % nutzen Cloud-Telefonanlagen.

Für viele Beschäftigte gehört inzwischen auch die private Nutzung des Firmenhandys selbstverständlich dazu. Innerhalb der Europäischen Union erlauben dies 81 Prozent der Unternehmen, außerhalb Europas immerhin noch 68 Prozent. Bei den genutzten Anwendungen gibt es einen klaren Favoriten. WhatsApp wird laut Studie von 87 Prozent der Unternehmen auf Dienstreisen verwendet. Dahinter folgt Microsoft Teams mit 49 Prozent. Zoom kommt auf 19 Prozent, Signal auf 17 Prozent und Telegram auf 12 Prozent.

Drei sieht sich bei 5G europaweit an der Spitze

Bemerkenswert ist auch ein anderes Detail der Befragung. Obwohl Skype bereits 2025 eingestellt wurde, gaben 9 % der Unternehmen an, auf Dienstreisen noch immer zu "skypen". Die Studienautoren leiten daraus ab, dass sich der Begriff inzwischen als allgemeine Bezeichnung für Videotelefonie etabliert hat. Die Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Befragung von 800 österreichischen Unternehmen, die marketmind zwischen dem 11. November 2025 und dem 14. Jänner 2026 im Auftrag von Magenta durchgeführt hat.

Auch Drei präsentierte neue Zahlen zum Mobilfunknetz. Grundlage ist eine Crowdsourcing-Analyse des Marktforschungsunternehmens Opensignal, die auf realen Nutzungsdaten aus dem ersten Quartal 2026 in 29 europäischen Märkten basiert. Nach diesen Daten entfällt bei Drei Österreich bereits rund 37 % der Nutzungszeit auf das 5G Standalone-Netz. Laut dem Unternehmen ist das der höchste Wert Europas. Österreich kommt insgesamt auf einen Anteil von rund 11,1 % und liegt damit über dem europäischen Durchschnitt von lediglich 1,8 %.

Der Unterschied zwischen den beiden 5G-Ausbaustufen liegt im technischen Unterbau. Während viele Mobilfunknetze weiterhin auf einem 4G-Kernnetz aufbauen, arbeitet 5G Standalone mit einem eigenen 5G-Kernnetz. Laut Opensignal kann dadurch die Latenz – also die Verzögerung bei Datenübertragungen – gegenüber herkömmlichem 5G um bis zu 32 % sinken. Drei verweist außerdem auf eine um bis zu 220 Prozent höhere Download-Datenrate sowie eine stabilere Verbindung.

A1 setzt auf Schutz direkt beim Internetzugang

Bernd Loacker, Chief Technology & Information Officer von Drei, sieht die bisherige Strategie bestätigt. "Beim Start des 5G Netzausbaus haben wir uns als einziger heimischer Mobilfunk-Betreiber bewusst dazu entschieden, ein völlig neues Netz mit eigenem 5G Kernnetz zu errichten. Dies macht sich nun bezahlt. Wir haben nicht nur das modernste landesweite 5G Netz Österreichs, sondern stellen diesen Standard auch allen Kund:innen zur Verfügung und steigern damit nachweislich deren Zufriedenheit."

Während Drei den Netzausbau hervorhebt, tut dies A1 bei der IT-Sicherheit für Unternehmen. Mit "Business Internet Secure" kombiniert der Anbieter Internetanschlüsse mit einem integrierten Schutz gegen Phishing, Schadsoftware und betrügerische Internetseiten. Der Schutz soll direkt über den Internetzugang funktionieren und dadurch sämtliche Geräte im Firmennetz absichern, ohne dass auf jedem Gerät zusätzliche Programme eingerichtet werden müssen. Kleinere und mittlere Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung sollen davon profitieren.

Martin Resel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von A1 Österreich, erklärt: "Unternehmen brauchen heute mehr als nur leistungsfähige Konnektivität - sie brauchen Sicherheit, die von Anfang an mitgedacht ist. Mit unserem erweiterten Angebot rund um A1 Business Internet Secure ermöglichen wir genau das: zuverlässigen Schutz, der einfach funktioniert und ohne zusätzlichen Aufwand nutzbar ist." Zum Start bietet A1 den Dienst für Unternehmen sechs Monate kostenlos zum Test an. Danach stehen unterschiedliche Tarifmodelle zur Verfügung.

Magenta erweitert Sicherheitsfunktionen

Auch Magenta baut den Bereich Cyber-Sicherheit aus. Der Anbieter integriert Internetschutz künftig in viele Tarife als aktivierbare Sicherheitsfunktion. Dabei werden Datenverbindungen im Mobilfunk- oder Festnetz auf Bedrohungen überprüft. Verdächtige Internetseiten, Phishing-Versuche oder Schadsoftware sollen erkannt und blockiert werden, bevor sie die Endgeräte erreichen. Ergänzend stehen Funktionen zur Prüfung verdächtiger Internetseiten sowie zur Kontrolle möglicher Datenlecks bei E-Mail-Adressen bereit.

Für mehr Schutz in fremden WLAN-Netzen bietet Magenta eine erweiterte Version inklusive App an. Auch für Unternehmen wurden neue Sicherheitsdienste angekündigt. Magenta-Chef Thomas Kicker: "Man muss nicht erst stürzen, um zu wissen, warum ein Fahrradhelm wichtig ist. Genauso sollte man nicht erst Opfer von Phishing, Betrug oder Schadsoftware werden, um den Wert von Schutz im Internet zu erkennen. Mit dem Internetschutz direkt im Netz bewahren wir unsere Kundinnen und Kunden vor einer realen Gefahr."

{title && {title} } red, {title && {title} } 29.07.2026, 18:37