Fleisch gehört für viele Menschen nach wie vor selbstverständlich auf den Teller. Doch immer wieder ist zu hören, dass rotes Fleisch krank machen soll, während Geflügel als gesundes Superfood gilt. Stimmt das wirklich?
Zu rotem Fleisch zählt das Fleisch von Säugetieren wie Rind, Schwein, Lamm oder Kalb. Weißes Fleisch hingegen umfasst Geflügel wie Hähnchen oder Pute sowie Kaninchen. Der entscheidende Unterschied liegt im sogenannten Häm-Eisen - einem Farbstoff, der dem Fleisch seine rote Farbe verleiht.
Laut Chip ist Häm-Eisen zwar für die Blutbildung nützlich, hat aber eine Kehrseite: Im Darm kann es chemische Reaktionen anstoßen, die die Schleimhaut reizen und schädliche Stoffe entstehen lassen. Weißes Fleisch enthält kaum Häm-Eisen und schneidet in Studien daher deutlich schonender ab.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft rotes Fleisch als "wahrscheinlich krebserregend" ein. Das größte Risiko betrifft dabei den Darmkrebs. Noch deutlicher ist die Lage bei verarbeitetem Fleisch: Wurst, Salami, Schinken, Bacon oder Würstchen gelten laut WHO sogar als eindeutig krebserregend.
Studien zeigen, dass Menschen, die auf Fleisch verzichten, ein deutlich geringeres Krebsrisiko haben - etwa bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, Prostatakrebs oder Brustkrebs. Allerdings gibt es auch eine Kehrseite: Bei Speiseröhrenkrebs ist das Risiko für Vegetarier höher, vermutlich wegen eines möglichen Vitamin-B-Mangels.
Nicht nur die Fleischsorte zählt, sondern auch, was in der Pfanne oder auf dem Grill passiert. Wenn Fleisch bei sehr hohen Temperaturen stark angebraten oder gegrillt wird und dunkle, verbrannte Stellen entstehen, bilden sich krebserregende Stoffe wie aromatische Amine.
Experten raten: Wer Wurstwaren reduziert, rotes Fleisch bewusst genießt und stattdessen öfter zu Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorn greift, schützt sein Herz, seinen Darm und seine Gefäße wirksam - ohne auf Genuss zu verzichten.