Wenn in Niederösterreich der Notruf gewählt wird, rücken die Teams des Roten Kreuzes Niederösterreich aus. Am Mittwoch stellte die Organisation in St. Pölten ihre Leistungen des vergangenen Jahres vor.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) betonte bei der Präsentation die Bedeutung der Einsätze für das Land: "Wenn wir heute die Bilanz ziehen, dann sprechen wir nicht nur über konkrete Zahlen, sondern wir sprechen über Menschenleben, über Situationen, in denen jede Minute zählt. Und über das Vertrauen der niederösterreichischen Landsleute, dass Hilfe kommt, wenn sie gebraucht wird", sagte sie.
Getragen wird das System in hohem Maß vom Ehrenamt. Mehr als 19.000 Freiwillige engagieren sich landesweit im Rettungs- und Krankentransportdienst – ein leichtes Plus zum Jahr davor – und leisten jedes Jahr 5,2 Millionen Stunden Hilfe. Im vergangenen Jahr leistete das Rote Kreuz über 2.500 Einsätze jeden Tag, das waren 865.000 betreute und transportierte Menschen im Jahr.
Erneut stellt das Land NÖ dem Roten Kreuz Mittel in der Höhe von 1,5 Millionen Euro bereit für den Neubau und die Renovierung von Rot-Kreuz-Häusern. Zusätzlich wurde ein nachträglicher finanzieller Zuschuss von 63 Millionen Euro zur nachhaltigen Absicherung des Rettungswesens beschlossen.
Auch Eva Prischl (SP) verwies bei der Präsentation auf die steigenden Anforderungen im Gesundheitsbereich. "Bis 2040 wird in Niederösterreich rund eine halbe Million Menschen über 65 Jahre alt sein. Die Zahl der über 85-Jährigen wird sich bis 2050 mehr als verdoppeln." Die geplante Neuausrichtung diene der langfristigen Stärkung des Systems.
RK-Präsident Hans Ebner fügte hinzu: "Unsere Gesellschaft steht aktuell vor vielen Herausforderungen. Kriege, Katastrophen, aber auch Veränderungen im eigenen Land fordern zum Nachdenken, Hinterfragen und der Suche nach innovativen Lösungen auf."