Weltwirtschaft reagiert

Rotes Meer: Huthis kontrollieren bald das Öl-Nadelöhr

Im Jemen marschieren die Huthis Richtung Bab al-Mandab. Die wichtige Ölroute am Roten Meer gerät immer stärker unter Druck.
Newsdesk Heute
11.09.2026, 17:04
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Die Huthi-Rebellen treiben im Jemen ihren Vormarsch an einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt voran. Nach Angaben zweier Vertreter der jemenitischen Regierung gegenüber Reuters erreichte die vom Iran unterstützte Miliz am Freitag den Küstenort Dhubab an der Meerenge Bab al-Mandab.

Dhubab gilt gemeinsam mit der nahe gelegenen Insel Perim als Schlüsselpunkt für die Kontrolle über die Meerenge am Eingang zum Roten Meer. Laut den Regierungsvertretern zog sich die jemenitische Armee von der Insel zurück.

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Für den Welthandel ist Bab al-Mandab von enormer Bedeutung. Schiffe, die vom Indischen Ozean zum Sueskanal fahren oder in die Gegenrichtung unterwegs sind, müssen die nur rund 27 Kilometer breite Meeresstraße passieren. Anrainer sind neben dem Jemen auch Eritrea und Dschibuti.

Huthis nahmen bereits Mokka ein

Bereits am Donnerstag hatten die Huthis die Hafenstadt Mokka eingenommen. Nun berichten sie von saudischen Luftangriffen auf die Stadt. Mit dem Vorstoß nach Dhubab weitet die Miliz ihren Einfluss an der Meerenge weiter aus.

Für Saudi-Arabien ist der Seeweg durch das Rote Meer besonders wichtig. Er gilt als zentrale Alternativroute für Ölexporte von der Arabischen Halbinsel, weil die Straße von Hormus wegen des Krieges zwischen den USA und dem Iran weitgehend blockiert ist. Zusätzlich gibt es unbestätigte Berichte über mögliche Schäden an der saudischen Ost-West-Pipeline.

Schwerer Rückschlag für Riad

Saudi-Arabien unterstützt im jemenitischen Bürgerkrieg seit Jahren die international anerkannte Regierung. Deren Truppen verloren nun binnen weniger Tage wichtige Gebiete und leisteten offenbar kaum Widerstand.

Für Riad ist der Vormarsch der Huthis ein schwerer Rückschlag. Die Miliz greift immer wieder auch saudisches Gebiet an. Am Donnerstag wurde in der südwestlichen Stadt Chamis Muschait wegen Angriffen der Huthis mehrmals Luftalarm ausgelöst. Zehntausende Menschen wurden laut der Internationalen Organisation für Migration durch die jüngsten Kämpfe vertrieben.

Trump lehnte saudische Bitte ab

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman soll US-Präsident Donald Trump vergeblich zu Militärschlägen gegen die Huthis gedrängt haben, wie Axios unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter berichtete. Trump habe die Bitte abgelehnt.

Die USA wollen demnach keine direkte militärische Front gegen die Huthis eröffnen und sich weiter auf den Konflikt mit dem Iran konzentrieren. Eine Stellungnahme aus Washington oder Riad lag zunächst nicht vor.

Neues Druckmittel für Teheran

Sollten die Huthis die Durchfahrt durch Bab al-Mandab tatsächlich kontrollieren, hätte der Iran ein neues Faustpfand in möglichen Verhandlungen mit den USA. Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarde erklärte am Freitag, eine Verhandlungslösung mit den USA müsse auch den Jemen umfassen. Irans Vizepräsident Mohammed Resa Aref gratulierte den Huthis zum Vormarsch.

Ölpreis steigt deutlich

Die Lage an den beiden zentralen Öl-Schifffahrtsrouten treibt die Preise. Der Brent-Preis für ein Barrel Rohöl mit Lieferung im November stieg zeitweise auf fast 110 US-Dollar.

Auch in der Straße von Hormus bleibt die Lage angespannt. Dort wurden erneut zwei Schiffe angegriffen. Der Kapitän eines anderen Schiffes habe "vier unbekannte Geschoße" beobachtet, die die beiden Schiffe getroffen hätten, teilte die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO mit.

In den USA stieg der durchschnittliche Dieselpreis nach Angaben von Gasbuddy erstmals auf sechs US-Dollar pro Gallone.

red,11.09.2026, 17:04