Lebenserwartung

Geld und Ruhm – trotzdem sterben Stars früher

Berühmte Sänger sterben laut Studie durchschnittlich 4,6 Jahre früher als weniger bekannte Kollegen – Ruhm erhöht das Sterberisiko deutlich.
Heute Life
26.11.2025, 18:27
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Berühmte Sängerinnen und Sänger leben im Schnitt kürzer als ihre weniger bekannten Kolleginnen und Kollegen. Das zeigt jetzt eine Studie der Universität Witten/Herdecke (Deutschland). Die Forscher haben erstmals mit einer großen Statistik belegt, dass Ruhm für Musikerinnen und Musiker ein echtes Risiko ist: Wer berühmt ist, stirbt um 33 Prozent wahrscheinlicher früher. Das bedeutet im Schnitt ein Minus von 4,6 Lebensjahren. Während weniger bekannte Sängerinnen und Sänger durchschnittlich 79 Jahre alt werden, schaffen es die Berühmten nur auf 75 Jahre. Und das, obwohl Promis meist mehr Geld haben, was eigentlich die Lebenserwartung steigert.

Die Schattenseiten des Ruhms können die Vorteile von Reichtum also sogar aufheben, erklärt die Erstautorin Johanna Hepp gegenüber dem ORF. Sie warnt davor, diese Risiken zu unterschätzen. Viele leiden unter dem ständigen Rampenlicht, verlieren ihre Privatsphäre und fühlen sich isoliert. Dazu kommt der Druck, immer abliefern zu müssen, und in der Musikszene ist der Zugang zu Drogen oft recht einfach.

Gleiches Risiko wie Gelegenheitsraucher

Das Risiko, früh zu sterben, ist bei berühmten Sängerinnen und Sängern ähnlich hoch wie bei Gelegenheitsrauchern. Gelegenheitsrauchen erhöht das Sterberisiko um 34 Prozent, bei Rockstars sind es 33 Prozent. "Das heißt nicht, dass Berühmtheit dasselbe ist wie Rauchen, aber man könnte es vergleichen und sollte es auch ähnlich ernst nehmen", sagt Hepp.

Für die Studie haben Hepp und ihr Team die Lebensdaten von 648 Sängerinnen und Sängern ausgewertet. Sie haben immer ein berühmtes und ein weniger berühmtes "Zwillingspaar" gebildet, also Künstlerinnen und Künstler mit denselben Eckdaten wie Geburtsjahr, Geschlecht und Nationalität verglichen. So konnten sie ausschließen, dass andere Faktoren das Ergebnis verfälschen.

Die meisten untersuchten Musikerinnen und Musiker wurden zwischen 1910 und 1975 geboren. 65 Prozent waren Rocksänger, gefolgt von R&B (14 Prozent) und Pop (9 Prozent). Die häufigsten unnatürlichen Todesursachen bei berühmten Sängerinnen und Sängern waren laut Hepp Drogenmissbrauch, riskantes Verhalten, Suizid, Unfälle, Krankheit und Tod durch Fremdverschulden. Weniger bekannte Kolleginnen und Kollegen starben seltener auf diese Art.

Wer mit Band auftritt, lebt länger

Ein spannendes Ergebnis: Wer mit Band auftritt, lebt länger. Frontleute einer Band haben ein um 26 Prozent geringeres Sterberisiko als Solokünstlerinnen und -künstler. Hepp vermutet, dass eine Band als soziales Netz wirkt. "Gerade in einem so stressigen Beruf kann es ein Puffer sein, ein Schutzfaktor – zu wissen, hier sind noch andere neben mir, die gerade ähnliche Erfahrungen machen wie ich", sagt die Psychologin. Dieses Gefühl von Zusammenhalt kann helfen, mit dem Druck umzugehen. Aber auch Bandsängerinnen und -sänger sterben früher, wenn sie berühmt werden.

Ähnliches Ergebnis auch für andere Berufe im Rampenlicht denkbar

Bisher wurden die Auswirkungen von Ruhm nur bei Sängerinnen und Sängern aus der Unterhaltungsmusik so genau untersucht. Hepp glaubt aber, dass ihre Erkenntnisse auch für andere Berufe gelten könnten, in denen man ständig im Rampenlicht steht.

{title && {title} } red, {title && {title} } 26.11.2025, 18:27
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