Sport

Ruttensteiner-"Diktatur"? Scharner feuert gegen ÖFB

Heute Redaktion
13.09.2021, 22:53

Rundumschlag von Paul Scharner! Nicht nur der ÖFB, sondern auch Ex-Sportdirektor Willi Ruttensteiner und Nachfolger Peter Schöttel kriegen ihr Fett ab.

Paul Scharner sorgt einmal mehr für Aufsehen und Unruhe im österreichischen Fußball. In seiner Kurier-Kolumne prügelt der ehemalige Teamspieler auf den ÖFB und Willi Ruttensteiner ein.

Fachlich wollte Scharner dem gefeuerten Sportdirektor die Kompetenz nicht absprechen. "Sein Weg war gut strukturiert und wissenschaftlich hinterlegt. Wer den Fußball – wie einige Funktionäre im ÖFB – für ?zu wissenschaftlich? hält, hat im professionellen Sport ohnehin nichts mehr zu suchen", urteilte Scharner.

Die Devise "Aufwärmen und dann Match" funktioniere 2017 nicht mehr. Das habe Ruttensteiner erkannt. Trotzdem: "Auf seinem Weg nach oben hat er sich persönlich verändert. Bei manchen Gesprächen vermittelte er einem das Gefühl, dem wichtigsten Menschen der Welt gegenüberstehen zu dürfen." So sei der ÖFB zu einer One-Man-Show geworden. "Viele haben es gar als Diktatur empfunden."

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In der Teamchef-Frage würde sich Scharner mehr Geduld wünschen. "Wie soll der neue Sportdirektor in nur wenigen Tagen ernsthafte Gespräche mit zehn Kandidaten führen? Und ernsthafte Gespräche sind nötig, um den wichtigsten Trainerjob des Landes zu vergeben."

Scharner bevorzuge die "Notvariante" des ÖFB: Koller solle auch gegen Uruguay noch einmal auf der Bank sitzen. In der Teamchef-Frage ist er für einen Ausländer, denn einer der größten Vorteile Kollers sei gewesen, "dass er sich nicht von den üblichen Verdächtigen beeinflussen ließ." (wem)