Gefährliche Billig-Angebote

Samsung-Flaggschiff für nur 249 Euro? Vorsicht, Falle!

Ein Top-Smartphone zum Schnäppchenpreis? Genau damit locken Betrüger derzeit Käufer auf immer professioneller gestaltete Fake-Shops.
Digital  Heute
27.07.2026, 17:20
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Ein brandneues Samsung Galaxy 26 Ultra für nur 249 Euro statt 1.499 Euro klingt für viele nach einem Glückstreffer. Genau auf dieses Gefühl setzen Cyberkriminelle. Wie die Bitdefender Labs in einer aktuellen Untersuchung zeigen, werden gefälschte Online-Shops immer professioneller aufgebaut und über zahlreiche Kanäle verbreitet. Wer nicht genau hinsieht, kann auf Webseiten landen, die seriös wirken, tatsächlich aber nur ein Ziel verfolgen: Geld von Käufern einzusammeln.

Die Sicherheitsforscher untersuchten das Auftreten solcher Fake-Shops in zwölf europäischen Ländern im Zeitraum von März bis Mai 2026. Innerhalb dieser drei Monate konnten sie nach eigenen Angaben mehr als 55 betrügerische Online-Shops nachweisen. Die Angreifer nutzten dabei über 40 gefälschte Internet-Domänen und traten im Namen von mehr als 15 bekannten Marken auf.

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Dabei beschränkten sich die Täter längst nicht auf ein einzelnes Produkt. Neben dem vermeintlichen Samsung Galaxy 26 Ultra für 249 Euro fanden sich unter anderem Teufel-Ultima-40-Stereo-Lautsprecher für 108 Euro oder Fußballtrikots der deutschen Nationalmannschaft. Die Angebote wirken auf den ersten Blick außergewöhnlich günstig und genau das soll Interessenten zum schnellen Kauf bewegen.

Teufel-Ultima-40-Stereo-Lautsprecher für 108 Euro? Ebenso ein Fake.
Bitdefender Labs

Bekannte Marken werden missbraucht

Laut Bitdefender missbrauchen die Täter gezielt bekannte Namen, um Vertrauen zu schaffen. Zu den Marken, deren Namen verwendet wurden, zählen Samsung, Nike, Adidas, Zara, H&M, Amazon, Lidl und Shein. Die Webseiten sehen häufig echten Online-Shops ähnlich und sollen den Eindruck vermitteln, dass es sich um zeitlich begrenzte Sonderangebote oder Räumungsverkäufe handelt.

In Deutschland beobachteten die Experten erneut Aktivitäten rund um das bereits bekannte Fake-Shop-Netzwerk "Homborg Online Handel". Bereits 2025 hatte der Verbraucherschutz Deutschland vor diesem Netzwerk gewarnt. Nach Angaben von Bitdefender wechseln die Betreiber regelmäßig ihre Internet-Adressen. Wird eine Domain erkannt und blockiert, taucht kurz darauf eine neue auf. Dadurch versuchen die Täter, Sperren zu umgehen und ihre Seiten möglichst lange erreichbar zu halten.

Erst viele Zahlungsarten, am Ende nur Überweisung

Besonders perfide sei laut den Forschern der Ablauf beim Bezahlen. Zunächst würden den Käufern verschiedene Zahlungsmöglichkeiten wie PayPal oder Kreditkarte angezeigt. Im letzten Schritt des Bestellvorgangs bleibe dann jedoch oft nur noch die SEPA-Überweisung übrig.

Das Problem: Ist das Geld einmal überwiesen, lässt sich eine Überweisung deutlich schwerer rückgängig machen als viele andere Zahlungsarten. Betroffene hätten deshalb häufig große Schwierigkeiten, ihr Geld wiederzubekommen.

Betrüger setzen auf soziale Netzwerke und Messenger

Die Untersuchung zeigt außerdem, dass sich die Täter längst nicht mehr nur auf gefälschte Webseiten verlassen. Sie verbreiten ihre Angebote auch über soziale Netzwerke, WhatsApp, E-Mails und SMS. Teilweise würden Interessenten sogar telefonisch kontaktiert. Nach Einschätzung der Bitdefender Labs arbeiten die Gruppen inzwischen international organisiert, passen ihre Kampagnen an einzelne Länder an und investieren sogar in Werbung, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Ein besonders auffälliger Fall betraf laut der Analyse einen Betreiber aus China. Dieser verschickte WhatsApp-Nachrichten an Nutzer in Europa und warb mit passwortgeschützten Produktkatalogen sowie einem Versand nach Deutschland. Damit sollte offenbar zusätzlich Vertrauen geschaffen werden.

Tarnung durch wechselnde Internet-Adressen

Die Infrastruktur hinter den Fake-Shops werde mehrfach genutzt. Dieselben Betreiber könnten mit unterschiedlichen Marken und in verschiedenen Ländern auftreten. Dafür würden Internet-Domänen regelmäßig gewechselt oder sogenannte Unicode-Domänen verwendet.

Dabei kommen Sonderzeichen oder Zeichen aus anderen Schriftsystemen zum Einsatz, die normalen Buchstaben täuschend ähnlich sehen. Für Nutzer kann dadurch der Eindruck entstehen, eine bekannte Internet-Adresse aufzurufen, obwohl tatsächlich eine manipulierte Webseite dahintersteckt.

Auch Fußball-Fans geraten ins Visier

Die Täter passen ihre Betrugsversuche zudem an aktuelle Ereignisse an. Während der Fußball-Weltmeisterschaft wurden laut Bitdefender unter anderem vermeintliche Adidas-Trikots und weitere Fanartikel beworben. Solche Kampagnen sollen die erhöhte Aufmerksamkeit rund um große Sportereignisse ausnutzen und Käufer zu spontanen Bestellungen verleiten.

Ein weiteres Beispiel aus der Untersuchung zeigt, wie groß die Reichweite solcher Anzeigen sein kann. Eine Facebook-Werbung für das angebliche Samsung-Angebot bei Netto wurde laut Bitdefender mehr als 100.000 Mal ausgespielt. Die Anzeige führte jedoch auf eine betrügerische Internet-Seite. Auch gefälschte Lidl-Angebote für Lautsprecher tauchten direkt in Suchergebnissen auf und sollten so möglichst viele Klicks erhalten.

Die Bitdefender Labs warnen damit vor einer Entwicklung, bei der sich Fake-Shops immer stärker an professionellen Online-Händlern orientieren. Für Käufer wird es dadurch schwieriger, seriöse Angebote von Betrugsversuchen zu unterscheiden. Gerade außergewöhnlich hohe Rabatte sollten deshalb immer kritisch hinterfragt werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.07.2026, 17:20