Der Prime Day von Amazon geht heuer von 23. bis 26. Juni über die Bühne. Während viele Kundinnen und Kunden in dieser Zeit auf Schnäppchenjagd gehen, nutzen Kriminelle die erhöhte Aufmerksamkeit rund um das Shopping-Event für ihre Zwecke. Amazon berichtet, dass Betrüger gerade während großer Verkaufsaktionen verstärkt versuchen, an persönliche Daten, Kontoinformationen oder Geld von Konsumentinnen und Konsumenten zu gelangen. Nach Angaben des Unternehmens treten die Täter über verschiedenste Kommunikationswege auf.
Sie verschicken E-Mails, versenden SMS oder greifen zum Telefonhörer und geben sich als Amazon aus. Ziel sei es, Vertrauen aufzubauen und Menschen dazu zu bringen, sensible Daten preiszugeben oder auf gefälschte Internetseiten zu wechseln. Häufig beginnt der Betrug mit Nachrichten, die auf den ersten Blick glaubwürdig wirken. Laut Amazon starteten 28 Prozent aller weltweit im Jahr 2025 von Kundinnen und Kunden gemeldeten Betrugsfälle mit einer Nachricht über ein angebliches Problem beim Konto oder einer Frage zu einer Bestellung.
Erst im weiteren Verlauf hätten die Täter versucht, persönliche Informationen abzufragen oder andere betrügerische Handlungen einzuleiten. Amazon verweist darauf, dass die eigenen Sicherheitsteams laufend gegen solche Aktivitäten vorgehen. Nach Unternehmensangaben konnten durch proaktive Maßnahmen Millionen mutmaßlicher Betrugsanrufe gestoppt werden, bevor sie Verbraucher erreichten. Außerdem sei es möglich, betrügerische Telefonnummern teilweise noch am selben Tag deaktivieren zu lassen.
Wie groß das Problem mittlerweile ist, zeigen Zahlen des Konzerns. Im Jahr 2025 veranlasste Amazon die Abschaltung von mehr als 70.000 Phishing-Webseiten. Zusätzlich wurden über 14.000 Telefonnummern außer Betrieb gesetzt, die im Zusammenhang mit Betrugsversuchen unter dem Namen Amazon gestanden haben sollen. Vor dem diesjährigen Prime Day rät das Unternehmen deshalb zu besonderer Vorsicht. Wer eine Nachricht über einen angeblichen Kauf oder eine Bestellung erhält, sollte nicht direkt auf enthaltene Links klicken.
Stattdessen empfiehlt Amazon, sich selbstständig über die offizielle Website oder die App einzuloggen und dort die Bestellhistorie zu kontrollieren. So lasse sich feststellen, ob tatsächlich eine Bestellung vorliegt oder ob es sich um einen Betrugsversuch handelt. Ein weiterer Hinweis betrifft Zahlungen. Amazon betont, dass das Unternehmen Kundinnen und Kunden niemals telefonisch oder per E-Mail zur Zahlung auffordere. Zahlungen würden ausschließlich über die offizielle Website oder die App abgewickelt.
Typisch für viele Betrugsmaschen sei auch künstlicher Zeitdruck. Kriminelle versuchen, ihre Opfer zu Entscheidungen zu drängen. Angebliche Kontosperren, drohende Gebühren oder auslaufende Angebote sollen verhindern, dass Betroffene alles überprüfen. Hier empfiehlt Amazon, innezuhalten und die Angaben sorgfältig zu kontrollieren. Besonders deutlich fällt die Warnung bei Geschenkkarten aus. Laut Amazon werde das Unternehmen Kundinnen und Kunden niemals dazu auffordern, Geschenkkarten als Zahlungsmittel zu kaufen.
Auch bei der Kontaktaufnahme mit dem Kundendienst rät Amazon zu Vorsicht. Verbraucher sollten ausschließlich die offiziellen Kontaktmöglichkeiten in der App oder auf der Website nutzen. Telefonnummern aus SMS-Nachrichten, E-Mails oder Suchmaschinen-Ergebnissen könnten gefälscht sein. Zudem werde Amazon niemals verlangen, Software herunterzuladen oder zu installieren, um den Kundendienst kontaktieren zu können. Ebenso würden keine Gebühren für Kundensupport verlangt.
Wer unsicher ist, kann nach ähnlichen Vorfällen suchen oder sich an Verbraucherschutz-Organisationen wenden. Oft zeigt sich rasch, ob eine Telefonnummer oder eine bestimmte Nachricht bereits mit Betrugsfällen in Verbindung gebracht wurde. Verdächtige Nachrichten sollten nach Möglichkeit gemeldet werden. Amazon stellt dafür ein eigenes Meldewerkzeug zur Verfügung. Auch Menschen ohne Amazon-Konto können verdächtige Nachrichten an die Adresse [email protected] weiterleiten.