Seit der Corona-Pandemie sind die Schulsuspendierungen in die Höhe geschossen. Zahlen bestätigen diesen Trend: Im letzten Schuljahr wurden über 2.000 Kinder und Jugendliche wegen Gewalt vom Unterricht ausgeschlossen.
In diesem Schuljahr könnte sogar ein neuer Höchststand erreicht werden. Bereits jetzt verzeichnen mehrere Bundesländer – darunter Niederösterreich, die Steiermark, Kärnten und Vorarlberg – mehr Suspendierungen als im gesamten Schuljahr zuvor. In der Steiermark hat sich die Zahl von 95 auf mehr als 200 sogar mehr als verdoppelt. In Oberösterreich wurden bereits 500 Kinder und Jugendliche vom Unterricht ausgeschlossen. Bis Anfang Juli könnte die Zahl laut OÖ-Bildungsdirektion auf rund 600 ansteigen.
Die meisten Suspendierungen werden erneut in Wien erwartet. Hier hat die Bildungsdirektion bisher noch keine Zahlen veröffentlicht. Im Schuljahr 2024/25 gab es 784 Ausschlüsse.
Pflichtschullehrergewerkschafter Thomas Krebs geht davon aus, dass sich die Zahl auch heuer auf einem ähnlichen Niveau bewegen wird, wie er im Ö1-Morgenjournal erklärte. Die Lage sei jedenfalls alarmierend: Selbst an Volksschulen müssten bereits Kinder suspendiert werden, weil sie eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellen.
Nicht nur die Anzahl der Vorfälle, sondern auch deren Schwere nehme zu, betont Krebs. So würden mittlerweile sogar Gegenstände wie Scheren, die im Unterricht eigentlich zum Alltag gehören, als Waffen eingesetzt. "Das kommt leider sehr oft vor", warnte der Lehrergewerkschafter.
Eine Suspendierung zeige dabei laut Krebs allerdings nicht immer Wirkung: "Es ist zum Teil so, dass ein Kind mehrfach suspendiert wird, weil das psychische Rüstzeug so instabil ist." Das Bildungsministerium möchte hier nachsetzen. Ab Herbst kommt – neben Strafen für Schüler und Eltern – auch eine verpflichtende Suspendierungsbegleitung. Der Lehrergewerkschafter zeigt sich skeptisch, denn die Zahl der Suspendierungen sei nur "die Spitze des Eisbergs" von gesellschaftlichen Problemen, die nicht allein in der Schule gelöst werden könnten.