Das "Heute"-Leservideo einer Schlägerei an einem Taxistand vor einem Wiener Luxus-Hotel sorgt seit Tagen für Schlagzeilen in den Medien und hitzigen Diskussionen auf Facebook, Twitter und Co. Und selbst in der Politik schlägt der brutale Vorfall in der City hohe Wellen.
So meldete sich etwa kurz nach Bekanntwerden der Tat der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp auf Twitter und forderte eine rasche Abschiebung der Ukrainer. Und auch im "Heute"-Gespräch beharrte er auf der knallharten Forderung. "Die Herrschaften haben bei uns nichts verloren", stellte ein sichtlich empörter Nepp klar.
Es sei ein "großer Fehler" des Bürgermeisters Michael Ludwig (SPÖ) gewesen, zu sagen, dass "alle Ukrainer hier parken können, egal wo", so der Wiener FP-Chef. Die "falsche Toleranz" wie im Jahr 2015 dürfe keinesfalls wiederholt werden. Aber was soll mit den Taxi-Prüglern genau geschehen?
Nepp: "Wenn ich beim Billa ein Wurstsemmerl flader', komm ich direkt in die Justizanstalt, aber wenn irgendwelche Ukrainer da herflüchten, dürfen's Leute niederschlagen. Solche Brutalinskys brauchen wir hier nicht", so der Wiener FPÖ-Chef im "Heute"-Talk.
Nun hat sich sogar Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) zu der Schlägerei zu Wort gemeldet. Bei einer Pressekonferenz am Montagabend erklärte Österreichs Regierungschef: "Ich habe auch einen Kommentar gelesen, der gesagt hat, bei manchen Zeltfesten in Österreich geht es rauer zu, als was man hier gesehen hat."
Und: "Ich finde, wir müssen aufpassen, dass wir nicht auch aufgrund des Fokus des Konfliktes uns jetzt nur auf all dieses Geschehen konzentrieren."
Unterdessen laufen die Ermittlungen der Polizei weiter auf Hochtouren und sollen Klarheit zu den genauen Hintergründen der Schlägerei bringen. Die Wiener Polizei hat mittlerweile weitere Details des Vorfalls veröffentlicht – und die haben eine brisante Wende gebracht.
Laut einer unabhängigen Zeugenaussage öffnete im Zuge der Auseinandersetzung nämlich ein Taxilenker die Beifahrertüre des ukrainischen Fahrzeuges und versuchte eine Person, mit einem Schlagstock zu attackieren. Der Beifahrer wehrte sich dagegen.
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Im Anschluss soll es dann zu den aus dem Video bekannten Szenen gekommen sein. Die Polizei konnte inzwischen die Identitäten der verdächtigen Taxilenker und eines 27-jährigen Ukrainers ausforschen. "Zu den weiteren Verdächtigen bestehen Hinweise, die Identitäten sind jedoch noch Gegenstand von Ermittlungen", heißt es weiter.