Bluttat in Livestream

Schlechte Noten! Schüler (13) will Lehrerin erstechen

Ein 13-Jähriger griff in einer Schule in Rom seine Lehrerin mit Pfefferspray und einem Messer an. Die Attacke wurde über Telegram übertragen.
André Wilding
21.09.2026, 09:34
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Ein Mitschüler griff ein und beendete schließlich die Attacke auf eine 66-jährige Lehrerin an der Mittelschule Giovanni Verga in Rom. Zuvor soll ein 13-Jähriger seiner Lehrerin Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und dreimal mit einem Tauchmesser in die Achselhöhle gestochen haben.

Der Angriff ereignete sich am Freitag im Stadtteil Centocelle. Isabella Marsilio wurde dabei nicht lebensbedrohlich verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Noch am selben Tag konnte sie wieder entlassen werden.

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Angriff soll vorbereitet worden sein

Der 13-Jährige soll die Tat bereits im Vorfeld geplant haben. Kurz davor veröffentlichte er demnach auf TikTok einen Countdown. Auf einem schwarzen Bildschirm war "-5 Stunden" zu lesen.

In der Schule ging der Schüler zunächst auf die Toilette und zog sich dort um. Er setzte eine Schutzbrille sowie einen präparierten Helm mit einem daran befestigten Smartphone auf.

Danach betrat er als Letzter das Klassenzimmer. Zu diesem Zeitpunkt soll bereits ein Gruppen-Videoanruf gelaufen sein. Die Attacke wurde über Telegram übertragen.

Die Ermittler untersuchen nun die technischen Geräte des 13-Jährigen. Dabei soll geklärt werden, wer den Livestream verfolgte und ob es mögliche Komplizen oder Anstifter gab.

Schlechte Noten als mögliches Motiv

Nach Angaben von Mitschülern und des 13-Jährigen soll Wut über schlechte Noten und aus seiner Sicht zu harte Bewertungen der Lehrerin im vergangenen Schuljahr hinter der Attacke gestanden haben.

Marsilio steht kurz vor dem Ruhestand. Nach dem Angriff zeigte sie sich dem Schüler gegenüber versöhnlich. Sie soll laut "La Sicilia" noch in der Klinik erklärt haben, dass sie ihm verzeihe und ihn gerne treffen würde, "um ihn zu umarmen".

Der 13-Jährige ist aufgrund seines Alters nach italienischem Recht nicht strafmündig und kann deshalb strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden. Die Jugendstaatsanwaltschaft wurde über den Fall informiert, konnte jedoch keine Haft anordnen.

Italiens Bildungsminister Giuseppe Valditara nahm nach der Attacke Kontakt mit der Schulleitung auf und sprach der Lehrerin sowie der Schulgemeinschaft seine Solidarität aus. Zudem forderte er, Minderjährigen unter 15 Jahren den Zugang zu einschlägigen Social-Media-Kanälen zu verwehren.

wil,21.09.2026, 09:34