Die kalifornische Metropole ist weltbekannt für ihre Cable Cars, die Golden Gate Bridge und das Gefängnis Alcatraz. Doch seit Jahren steht San Francisco auch für eine ausgeprägte Drogenszene. Der Konsum von Fentanyl ist dort besonders hoch. Fentanyl gilt als eines der gefährlichsten Opioide überhaupt und ist rund 50-mal stärker als Heroin. Wie "20 Minuten" berichtet, ist nun eine noch tödlichere Droge in der Stadt aufgetaucht: Cychlorphin.
Cychlorphin zählt zu den sogenannten neuen psychoaktiven Substanzen, kurz NPS. Dabei handelt es sich um chemisch hergestellte Drogen. Das synthetische Opioid ist bis zu 200-mal stärker als Heroin. Schon winzige Mengen bringen das Leben der Konsumenten in Gefahr. In England gab es bereits Todesfälle, in Deutschland landete ein Betroffener auf der Intensivstation.
Nun ist auch in San Francisco ein 16-jähriger Bub, Dante Paul Lacourte, an Cychlorphin gestorben – das hat die Obduktion ergeben. Seine Mutter hat sich jetzt an die Öffentlichkeit gewandt, um vor der Droge zu warnen. Ob Cychlorphin auch in Österreich bereits aufgetaucht ist, ist derzeit unklar.
Diese neuartigen Drogen können von Hobbychemikern praktisch überall hergestellt werden und sind nur schwer nachzuweisen. Laut dem San Francisco Police Department führt Cychlorphin, das auch als "Todesdroge" bezeichnet wird, zu "Schläfrigkeit und Atemdepression, die rasch eintreten können". Das bedeutet: Die Atmung wird so stark verlangsamt und flacher, dass der Körper nicht mehr genug Sauerstoff bekommt. Ohne rasche Hilfe droht der Tod. Ein weiteres Problem: Gängige Teststreifen schlagen bei Cychlorphin nicht an.
Der tragische Tod von Dante und das Auftauchen von Cychlorphin haben in San Francisco Konsequenzen. Bürgermeister Daniel Lurie kündigte an: "Wir werden gegen die Leute vorgehen, die Cychlorphin verkaufen." Außerdem will er dafür sorgen, "dass diese Droge in die Liste der vielen anderen – darunter Fentanyl – aufgenommen wird, die im Bundesstaat Kalifornien illegal sind". Bisher steht Cychlorphin dort nämlich noch nicht auf dem Index.
Im September gelang der Polizei ein erster großer Schlag gegen die Drogenkriminalität. Nur wenige Kilometer vom Haus der Familie Lacourte entfernt stürmten die Ermittler mehrere Gebäude und nahmen vier Personen fest. Darunter war auch Dantes mutmaßlicher Dealer. Die Polizei stellte über 20.000 Tabletten sicher – darunter vermutlich gefälschtes Xanax und Oxycodon sowie weitere Drogen wie Fentanyl. Auch ein halbautomatisches Sturmgewehr, eine halbautomatische Pistole und Bargeld wurden beschlagnahmt.