Eine Kinderbande hat am Wochenende in Chemnitz für Angst und Schrecken gesorgt. Die Gruppe aus einem Buben und sechs Mädchen in sehr jungem Alter lauerte zwei Frauen auf, prügelte auf sie ein und bestahl sie auch noch. Das erste Opfer, eine 23-Jährige, wurde an einer Bushaltestelle aus dem Nichts mit Pfefferspray attackiert. Die Bande entkam dann mit dem Bus mit der Handtasche.
Die Frau hat ihre Freundin angerufen, die schon bei der nächsten Haltestelle auf die Gruppe gewartet hat. Als diese dann von den Kindern und Jugendlichen verlangt hat, die geraubte Handtasche zurückzugeben, ist auch sie angegriffen worden. Wie "NTV" berichtet, haben laut Polizei der Bub und die sechs Mädchen auf die 24-Jährige eingeschlagen, wieder Pfefferspray verwendet und ihr auch noch das Handy gestohlen.
Hier bekommst du Hilfe
In einer akuten Krisen- oder Schocksituation nach einem Todesfall gibt es in Österreich sofortige Unterstützung bei professionellen Hotlines. Diese sind anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.
Telefonseelsorge: Wähle österreichweit den Notruf 142. Du erreichst hier Tag und Nacht einfühlsame Ansprechpartner, die dir in der Krise zuhören und helfen.
Ö3-Kummernummer: Erreichbar von 16 bis 24 Uhr unter 116 123.
Rat auf Draht: Wenn Kinder oder Jugendliche betroffen sind, ist die Nummer 147 jederzeit erreichbar.
Wenn du langfristige Hilfe bei der Trauerbewältigung oder jemanden zum Reden suchst, bieten folgende Stellen in ganz Österreich Unterstützung an: Dachverband Hospiz Österreich, die Plattform Tod und Trauer, die Caritas Trauerbegleitung.
Als dann Zeugen eingeschritten sind, ist die Gruppe in einen nahegelegenen Park geflüchtet. Die beiden verletzten Frauen sind von der Rettung versorgt worden. Die Polizei ermittelt jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung und Diebstahl. "Ersten Hinweisen auf die Täter wird bereits nachgegangen. Zudem werden die Videoaufnahmen aus dem Bus ausgewertet", hat ein Polizeisprecher erklärt.
Gerade wenn es um Jugendkriminalität geht, stehen Polizei und Justiz vor einer großen Herausforderung: Viele Verdächtige sind unter 14 Jahre alt und damit noch nicht strafmündig. Die strengste Maßnahme für sie wäre eine geschlossene Unterbringung – so etwas wird von Jugendämtern und Staatsanwaltschaften aber nur sehr selten angeordnet.
Dazu kommt: In Sachsen gibt es überhaupt keine spezialisierten Einrichtungen für solche freiheitsentziehenden Maßnahmen. Wie alt die Täter im aktuellen Fall aus Chemnitz wirklich sind, ist bisher nicht bekannt. Laut Sachsens Justizministerin Constanze Geiert wurden im Jahr 2025 insgesamt 2.066 Kinder und Jugendliche im Bereich der Gewaltkriminalität als Tatverdächtige erfasst. Meistens geht es dabei um Raub oder gefährliche Körperverletzung, aber auch Tötungsdelikte können dazugehören.
In der Altersgruppe der Heranwachsenden zwischen 18 und 20 Jahren hat die sächsische Polizei 890 Tatverdächtige gezählt. "Die Gewaltkriminalität junger Menschen ist seit einigen Jahren auf einem sehr hohen Niveau", hat Geiert am vergangenen Dienstag gesagt. "Das beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger erheblich. Wir müssen deshalb dringend etwas tun, um kriminelle Karrieren von Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu stoppen und die Opfer besser zu schützen."
Im Sächsischen Landtag ist dazu ein Entschließungsantrag vorgestellt worden, der kommende Woche im Bundesrat eingebracht werden soll. Darin wird die Bundesregierung auf den besonderen Handlungsbedarf bei der Bekämpfung von Kinder- und Jugendgewalt hingewiesen. Außerdem wird konkret gefordert, die Anwendung des milderen Jugendstrafrechts bei Heranwachsenden einzuschränken.