Von Kärnten über die Grenze nach Italien: Eine Schlepperbande soll über Monate hinweg Menschen illegal von Villach nach Venedig gebracht und dafür kräftig abkassiert haben. Vor vier Jahren kamen die italienischen Behörden der Gruppe auf die Schliche. Jetzt müssen sich die acht mutmaßlichen Mitglieder vor Gericht in Udine verantworten.
Alle acht Männer sind indische Staatsbürger und zwischen 26 und 40 Jahre alt. Sie sollen die Route von Villach nach Venedig genutzt haben. Hintergrund: Viele Menschen, die illegal nach Österreich eingereist waren, wollten weiter nach Italien. Dort wurde ihnen offenbar eine einfachere Möglichkeit versprochen, illegal Arbeit zu finden.
Die Bande soll pro geschleuster Person 500 Euro kassiert haben, wie die "Kleine Zeitung" berichtet. Wie viele Menschen insgesamt transportiert wurden, ist unklar. Innerhalb eines Monats sollen es allerdings Dutzende gewesen sein.
Ein Angeklagter soll in Villach gezielt nach Interessenten gesucht und dafür eine Provision von 100 Euro pro Person erhalten haben. Der Grenzübertritt erfolgte über den Übergang Coccau.
In dieser Woche startete der Prozess in Udine. Für vier der acht Angeklagten wurde die Verhandlung auf Mitte Dezember vertagt. Für die anderen sind bereits erste Urteile gefallen.
Ein 35-Jähriger wurde im Rahmen eines verkürzten Verfahrens zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 60.000 Euro verurteilt.
Drei weitere Männer kamen durch Geständnisse und ihre Zusammenarbeit mit den Behörden zu milderen Strafen: Ein 26-Jähriger erhielt vier Monate Haft und 400 Euro Geldstrafe. Ein 40-Jähriger wurde zu 15 Monaten Haft auf Bewährung und 56.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Ein weiterer Angeklagter erhielt ebenfalls 15 Monate Haft sowie eine Geldstrafe von 51.333 Euro.