Tempo-Rekord auf acht Beinen

Schnellste Riesenspinne holt Menschen locker ein

Forscher verglichen mehr als 250 Arten. Eine australische Riesenkrabbenspinne schaffte 13 km/h und könnte damit Weltrekord halten.
Newsdesk Heute
14.07.2026, 19:29
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Sie ist so groß wie eine Erwachsenenhand, blitzschnell und sieht für viele wohl furchteinflößend aus. Gefährlich ist die australische Riesenkrabbenspinne Heteropoda jugulans für Menschen aber kaum.

Wie praktisch alle Spinnen besitzt sie zwar Gift, dieses setzt sie jedoch vor allem gegen Beutetiere ein. Menschen beißt sie nur in größter Not. Meist versucht sie ohnehin, so schnell wie möglich zu flüchten. Und genau dabei ist sie offenbar kaum zu schlagen.

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Ein Forschungsteam aus Deutschland und Großbritannien verglich die Geschwindigkeit von mehr als 250 Spinnenarten aus rund 60 Familien. Die untersuchten Tiere stammten unter anderem aus Europa, Nordamerika und Australien.

Für die Messungen wurden die Spinnen mit einem Pinsel leicht am Hinterbein oder Hinterleib berührt. Dadurch lösten die Forscher ihr Fluchtverhalten aus. Hochgeschwindigkeitskameras zeichneten anschließend jede Bewegung auf.

Riesenspinne schafft 3,59 Meter pro Sekunde

Heteropoda jugulans erreichte dabei eine Spitzengeschwindigkeit von 3,59 Metern pro Sekunde. Das entspricht rund 13 km/h. Damit ist sie etwa doppelt so schnell unterwegs wie ein Mensch beim normalen Gehen. Im Durchschnitt schaffte die Riesenkrabbenspinne immerhin noch rund zwei Meter pro Sekunde. Zum Vergleich: Die langsamste untersuchte Art bewegte sich mit lediglich 0,018 Metern pro Sekunde.

Bisher galt die marokkanische Flickflackspinne als Rekordhalterin. Sie bewegt sich mit spektakulären Saltos über steile Sanddünen. Die australische Konkurrentin könnte ihr den Titel nun abnehmen.

Beine funktionieren mit Hydraulik

Eigentlich suchten die Forscher gar nicht nach der schnellsten Spinne der Welt. Sie wollten herausfinden, wie die außergewöhnliche Fortbewegung der Tiere funktioniert. Spinnen kombinieren Muskelkraft mit einem hydraulischen System. Dabei wird Körperflüssigkeit in die Beine gepumpt, damit diese gestreckt werden. Muskeln ziehen sie danach wieder an.

Lange wurde vermutet, dass dieses System besonders große Spinnen ausbremsen könnte. Die neue Auswertung liefert dafür aber keinen Hinweis. Entscheidend dürfte vielmehr das Verhältnis zwischen Beinlänge und Körpergröße sein. Heteropoda jugulans besitzt eine Beinspannweite von bis zu zwölf Zentimetern. Die größten Tiere waren bei den Tests jedoch nicht automatisch die schnellsten.

Auch Netzspinnen können richtig schnell sein

Überraschend war zudem, dass Spinnen im Netz nicht grundsätzlich langsamer sind als Arten, die aktiv am Boden jagen. Manche Netzspinnen waren bei den Tests ebenfalls äußerst flott. Das deutet darauf hin, dass der Körperbau für die Geschwindigkeit wichtiger sein könnte als die Art der Jagd.

In Österreich musst du dir wegen der Rekordspinne jedenfalls keine Sorgen machen. Heteropoda jugulans lebt in Australien und taucht dort immer wieder in Häusern auf.

So erschreckend sie aussieht, ist die Riesenspinne sogar nützlich: Sie frisst Kakerlaken, Motten und andere ungebetene Mitbewohner – und ist bei Gefahr ganz schnell wieder weg.

{title && {title} } red, {title && {title} } 14.07.2026, 19:29
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