Ein ungewöhnlicher Anblick mitten im Schulalltag: Im Hof des BG Stift Rein in der Steiermark sind menschliche Überreste aufgetaucht. Bei Umgestaltungen im Stiftshof stießen Archäologen auf zwei Gräber. Für die Schülerinnen und Schüler bot sich am Donnerstag ein Bild, das man nicht alle Tage zu sehen bekommt.
Seit August wird das Areal in Stift Rein umgestaltet. Die Arbeiten werden archäologisch begleitet. Dabei kamen neben Mauerresten aus früheren Bauphasen auch zwei Gräber im nordwestlichen Teil des Stiftshofs zum Vorschein.
Bei den Toten handelt es sich um einen Mann und vermutlich eine junge Frau. Beide dürften regulär in Leichentüchern bestattet worden sein, wie die "Kleine Zeitung" berichtet. Grabbeigaben oder Bestandteile ihrer Kleidung wurden nicht gefunden.
Die Art der Bestattung und das Fehlen von Grabbeigaben passen laut den begleitenden Archäologen zum Bild mittelalterlicher Bestattungen. Dass der heutige Stifts- und Schulhof früher als Friedhof genutzt wurde, ist bereits bekannt.
Derzeit untersucht die Firma Novetus die menschlichen Überreste anthropologisch. Danach sollen sie ins Stift Rein zurückgebracht und dort erneut bestattet werden.
Es ist nicht der erste Fund menschlicher Überreste in Stift Rein. Bereits 2006 wurden bei Renovierungsarbeiten in der Marienkapelle die sterblichen Überreste des Stifters Markgraf Leopold des Starken entdeckt. Seine Gebeine wurden unter einer Glasplatte im Boden der Kapelle freigelegt und werden immer wieder beleuchtet.