Explodierende Lebensmittelpreise sind in vielen Familien das größte Problem. Eine Stichprobe von foodwatch Österreich zeigt, wie stark sich die Preise einzelner Produkte seit Beginn der Teuerungswelle verändert haben.
Besonders auffällig ist eine Back- und Kochschokolade. Das Produkt kostete 2021 noch 1,49 Euro. 2026 sind dafür bereits 3,99 Euro fällig. Das entspricht einer Verteuerung um satte 168 Prozent.
Auch bei einem untersuchten Sauerrahm zeigt sich ein kräftiger Preissprung. 2021 kostete das Produkt noch 0,49 Euro, mittlerweile sind es 0,99 Euro. Damit hat sich der Preis innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt – ein Plus von 102 Prozent.
foodwatch nutzte für die Analyse die Daten der Plattform preisrunter.at zurück. Ob die höheren Preise vollständig durch gestiegene Produktionskosten erklärt werden können oder auch höhere Gewinnmargen eine Rolle spielen, lässt sich laut foodwatch für Konsumenten nicht nachvollziehen.
Der Blick auf die gesamte Entwicklung zeigt ebenfalls einen deutlichen Anstieg. Seit Beginn der Teuerung im August 2021 sind Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke in Österreich insgesamt um 31,2 Prozent teurer geworden. Die allgemeine Inflation lag im selben Zeitraum bei 28,3 Prozent.
Die beiden untersuchten Produkte liegen mit ihren Preissteigerungen damit weit über diesen Werten.
"Konsumenten haben ein Recht darauf zu wissen, wohin ihr Geld beim Einkauf fließt - gerade bei solchen Preissteigerungen. Wie Lebensmittelpreise zustande kommen, ist derzeit eine Blackbox. Das muss sich ändern", fordert Markus Linkeseder von foodwatch Österreich.
Die Organisation fordert deshalb unter anderem eine unabhängige Preisbeobachtungskommission. Sie soll Preisentwicklungen und Gewinnmargen im Lebensmittelhandel laufend untersuchen.
Zusätzlich verlangt foodwatch einen gesetzlichen Rahmen für unabhängige Preisvergleichsportale sowie mehr Kompetenzen für die Bundeswettbewerbsbehörde.
Das im Jänner vorgestellte Online-Preisradar der Statistik Austria reicht foodwatch dafür nicht aus. Laut der Organisation fehlen direkte und aktuelle Möglichkeiten, einzelne Produkte zwischen verschiedenen Supermärkten zu vergleichen.
Auch die Nutzung sei nach dem Start stark zurückgegangen. Fast 70 Prozent aller erfassten Zugriffe entfielen demnach auf die erste Woche.
"Auch hier braucht es mehr Transparenz. Menschen brauchen Preisvergleiche, um entscheiden zu können, wo sie günstiger einkaufen gehen können. Und Vergleichsportale brauchen die nötigen Daten der Supermärkte, um dieses Angebot schaffen zu können. Bessere Vergleichsmöglichkeiten könnten laut der Bundeswettbewerbsbehörde Preise um bis zu vier Prozent senken", so Linkeseder.