Das Rätsel um das mysteriöse Dauer-Surren rund um die russische Botschaft in Wien-Landstraße ist endgültig gelöst. Zwei defekte Ventilatoren auf dem Dach der diplomatischen Vertretung waren für den Lärm verantwortlich, berichtet die APA. Die russische Botschaft übernimmt nun die Verantwortung und entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten.
"Heute" berichtete bereits mehrfach über den ungewöhnlichen Fall. Seit Wochen war in der Reisnerstraße ein auffälliges Geräusch mit einer Frequenz von rund 790 Hertz zu hören. Anrainer beschwerten sich, auch die benachbarte deutsche Botschaft wurde aktiv.
Besonders kurios: Die russische Botschaft hatte zunächst erklärt, selbst überhaupt keinen störenden Lärm wahrzunehmen. Man habe auch keine Beschwerden aus der Nachbarschaft erhalten, hieß es noch Anfang September.
Messungen der Stadt brachten schließlich Klarheit. Zwei Dachventilatoren wurden als Quelle des störenden Geräusches ausgemacht. Ein Sachverständiger stellte eine deutliche Überschreitung des üblichen Lärmpegels fest, vor allem in den Nachtstunden.
Der Gesundheitsdienst der Stadt kam zwei Tage nach der Messung sogar zum Ergebnis, dass aufgrund der Lärmwerte eine Gesundheitsgefährdung eintreten könnte. Am vergangenen Wochenende dann die überraschende Wende: Das Surren war plötzlich verschwunden. Nun ist auch klar, was dahintersteckte.
Am Dienstag fand im Außenministerium ein Gespräch mit einem Vertreter der russischen Botschaft statt. Dabei verlangte Österreich eine rasche Behebung der Lärmbelastung.
Die Reaktion folgte: "Die Botschaft entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und teilte mit, dass die Lärmbelästigung bereits am Wochenende eingestellt worden sei", erklärte ein Sprecher des Außenministeriums.
Damit bestätigt die russische Seite nun auch, dass zwei defekte Ventilatoren auf dem Dach für den Lärm verantwortlich waren.
Die Posse hatte allerdings eine lange Vorgeschichte. Bereits Anfang Mai hatte die Hausverwaltung einer benachbarten Liegenschaft den Lärm bei der Wiener Baupolizei angezeigt. Danach wurde mehrfach urgiert. Auch die russische Botschaft und österreichische Dienststellen wurden kontaktiert.
Am 8. September rückte schließlich das Umweltamt im Auftrag der Baupolizei zur Lärmmessung aus. Wenige Tage später verstummte das Geräusch.