Polit-Wirbel geht weiter

Schon drei Tote – jetzt kracht es wegen Legionellen

Die Suche nach der Ursache läuft noch, politisch fliegen schon die Fetzen: Der Legionellen-Ausbruch in Linz sorgt jetzt auch im Rathaus für Wirbel.
Oberösterreich Heute
25.08.2026, 04:00
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Noch ist nicht geklärt, wo sich 28 Menschen mit Legionellen angesteckt haben. Doch im Linzer Rathaus ist bereits ein handfester Polit-Wirbel entbrannt. Auslöser ist die Forderung von Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) nach mehr Aufklärung von SP-Bürgermeister und Linz-AG-Aufsichtsratschef Dietmar Prammer sowie FP-Gesundheitsstadtrat Michael Raml.

Über 150 Proben wurden bisher gesammelt, sie werden im Labor des Kepler Universitätsklinikums untersucht.
FOTOKERSCHI / BILAL AHMETOVIC

Raml kontert nach Kritik

Sie sollten offenlegen, wann welche Informationen vorlagen und welche Maßnahmen daraufhin gesetzt wurden. Prammer sei öffentlich "wieder einmal auf Tauchstation". Das sei angesichts der Dimension der Legionellen-Welle "völlig unverständlich", kritisierte Hajart. Auch Raml müsse darlegen, wann die Gesundheitsbehörde und die politischen Verantwortlichen von den auffälligen Proben erfuhren.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Gegenüber "Heute" weist Ramls Büro die Kritik nun zurück. Die Kommunikation aller gesicherten Fakten und Kenntnisstände sei von Beginn an transparent durch die Gesundheitsbehörden von Stadt und Land gemeinsam mit der AGES erfolgt.

"Diese übliche Vorgangsweise sollte Martin Hajart als ehemaliger langjähriger Büroleiter der zuständigen Gesundheitslandesrätin (LH-Stv. Christine Haberlander, ÖVP; Anm.) eigentlich kennen", heißt es aus Ramls Büro. Bei jedem Verdachtsfall müsse eine aufwendige Laboruntersuchung vorgenommen werden, die jeweils mehrere Tage in Anspruch nehme.

Das musst du über Legionellen wissen

Legionellen kommen von Natur aus in geringer Konzentration im Wasser vor. Unter bestimmten Bedingungen können sich die Bakterien allerdings stark vermehren – etwa bei großer Hitze, in Warmwasseranlagen großer Gebäude oder in künstlichen wasserführenden Systemen.

Eine Infektion kann die sogenannte Legionärskrankheit auslösen. Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Lungenentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden muss.

Es gibt allerdings auch mildere Verläufe ohne Lungenentzündung. Das sogenannte Pontiac-Fieber klingt meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst ab. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher.

Quelle immer noch unklar

Bisher sind 28 Erkrankungen bekannt, drei Menschen starben im Zusammenhang mit der Infektion. In zwei Kühlanlagen wurden Legionellen nachgewiesen, darunter eine Anlage der Linz AG an der Wiener Straße. Ob eine der beiden Anlagen tatsächlich mit den Erkrankungen zusammenhängt, ist weiterhin offen.

Aus Prammers Büro hieß es auf Anfrage, man stehe in enger Abstimmung mit der Linz AG. Mit einem eigenen Statement abseits der gemeinsamen Aussendungen mit Land OÖ und AGES wolle man warten, bis die Quelle des Ausbruchs tatsächlich gefunden ist.

Hajart erhöht Druck

Hajart erhöhte unterdessen erneut den Druck: Er forderte eine eigene Hotline, eine laufend aktualisierte Info-Seite sowie eine Sondersitzung des Stadtsenats unter Beiziehung der Linz AG. Die Bevölkerung sei stark verunsichert, wesentliche Details würden weiterhin fehlen.

Zudem kritisierte der Linzer VP-Chef, dass auf der Website der Linz AG keine Informationen zum Ausbruch zu finden seien. Vertreter des Unternehmens müssten im Stadtsenat "Rede und Antwort stehen". Auch die Frage, ob der Aufsichtsrat bereits mit der Causa befasst wurde, müsse geklärt werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 25.08.2026, 11:33, 25.08.2026, 04:00