Die mittlerweile tödliche Legionellen-Welle hält Linz auf Trab: Allein in den vergangenen Tagen kamen zwei neue Fälle dazu, bisher sind 28 Menschen erkrankt – das gaben Magistrat, Land OÖ und AGES in einer gemeinsamen Aussendung bekannt. Drei Personen starben im Zusammenhang mit der Infektion.
Legionellen kommen von Natur aus in geringer Konzentration im Wasser vor. Unter bestimmten Bedingungen können sich die Bakterien allerdings stark vermehren – etwa bei großer Hitze, in Warmwasseranlagen großer Gebäude oder in künstlichen wasserführenden Systemen.
Eine Infektion kann die sogenannte Legionärskrankheit auslösen. Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Lungenentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden muss.
Es gibt allerdings auch mildere Verläufe ohne Lungenentzündung. Das sogenannte Pontiac-Fieber klingt meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst ab. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher.
Vier Betroffene liegen derzeit noch im Krankenhaus, keiner von ihnen muss intensivmedizinisch betreut werden. Alle 26 in OÖ lebenden Erkrankten mussten stationär behandelt werden. Zwei weitere Fälle wohnen im Ausland, die Betroffenen hielten sich vor ihrer Infektion aber beruflich beziehungsweise privat in Linz auf.
Seit Beginn des Ausbruchs wurden mehr als 150 Wasserproben aus Haushalten, Arbeitsstätten, Beherbergungsbetrieben und Kühlanlagen gesammelt. Gut die Hälfte davon wurde bereits untersucht. Der Großteil der bisherigen Ergebnisse war unauffällig.
In einzelnen Fällen wurden allerdings erhöhte Legionellen-Werte festgestellt. Bereits zuvor waren Kühltürme eines Unternehmens an der Wiener Straße ins Visier geraten. Nun ist auch eine Probe aus einer weiteren Kühlanlage mikrobiologisch auffällig. Die Gesundheitsbehörde der Stadt führt dazu Erhebungen durch.
Ob eine der Anlagen tatsächlich die Quelle des Ausbruchs ist, steht weiterhin nicht fest. Auffällig sei laut Aussendung aber, dass die Erkrankungsdichte rund um den Standort der Linz AG erhöht ist. Die Suche nach möglichen Infektionsquellen läuft mit Hochdruck weiter.
Dabei greifen die Experten auch zu ungewöhnlichen Mitteln: Zum Einsatz kommen KI-gestützte Analysen, Satellitenbilder sowie Auswertungen von Wetter-, Bevölkerungs- und Betriebsdaten. Die Legionärskrankheit ist eine schwere und manchmal tödlich verlaufende Lungenentzündung.
Auch politisch sorgt der Ausbruch für Zündstoff: Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) nimmt Bürgermeister und Linz-AG-Aufsichtsratschef Dietmar Prammer (SPÖ) sowie FP-Gesundheitsstadtrat Michael Raml in die Pflicht. Beide müssten sämtliche Fakten und Informationswege offenlegen.
Prammer sei öffentlich "wieder einmal auf Tauchstation". Das sei angesichts der Dimension der Welle "völlig unverständlich", so Hajart. Er will unter anderem Antworten darauf, wer wann von der möglichen Belastung wusste und welche Maßnahmen daraufhin gesetzt wurden.