Schröcksnadel zu Girardelli: "Willst du ÖSV-Boss sein?"

Peter Schröcksnadel traf Marc Girardelli zum Interview.
Peter Schröcksnadel traf Marc Girardelli zum Interview.GEPA
Peter Schröcksnadel tritt als ÖSV-Boss ab. Marc Girardelli traf ihn für die "Vorarlberger Nachrichten" zum Talk. Als "Heute"-Experte erzählt er davon.

"Willst nicht du ÖSV-Präsident sein?", grinst Schröcksnadel. Ein Scherz. Ich weiß, wie Skifahren geht. Aber dieser Spagat zwischen Piste, Wirtschaft, Politik – nein. Ich hatte mit Funktionären zu tun, will nicht selber so enden.

Was wird ihm fehlen? "Die Sportler. Für die war ich da", sagt Schröcksnadel, der topfit wirkt. "Ich empfinde im Moment keine Wehmut. Jeder Job geht zu Ende."

In 31 Jahren an der ÖSV-Spitze gab es viele große Momente. "Nie vergessen werde ich den Sturz von Hermann Maier in Nagano", holt er aus. "Er konnte mit dem lädierten Knie eigentlich nicht mehr fahren. Dann ist der Dr. Lutz gekommen, hat ihm den Bluterguss aus dem Knie herausgezogen. Am nächsten Tag fuhr Maier wieder, holte dann Gold."

Schröcksnadel tritt im Juni ab. Zuvor will er noch mit Sponsoren verlängern. "Der Übergang ist schwierig." Seine Beziehungen werden auch dem Nachfolger helfen. In die Wahl des neuen ÖSV-Bosses will er sich "nicht einmischen".

Den ÖSV übergibt er als Nummer zwei im Nationencup in gutem Zustand. Wäre 2021 ein Olympia-Jahr, Österreich hätte elf Mal Gold gewonnen.

Die Biathletin Lisa Hauser hat ihn beeindruckt. WM-Bronze von Marco Schwarz im Riesentorlauf und Neo-Star Katharina Liensberger. "Da fällt mir eine Anekdote ein. Es war beim Weltcupfinale in Soldeu 2019. Kathi weinte ein bisschen, sagte zu einem Trainer: 'Ich will nix anderes als besser werden und mehr trainieren.' Der Trainer antwortete: 'Das will jede.' Das fand ich eine blöde Antwort. Der soll ihr sagen: 'Wo fehlt’s? Wo kann ich dir helfen.' Mir hat ihre Einstellung imponiert. Ich sagte mir: Der helf' ich."

Das Resultat: zwei WM-Gold in Cortina, die Slalom-Kugel. "Ich habe ihr sicherlich mental helfen können. Der Hauptpunkt war: Sie hat Vertrauen zu mir gewonnen. Ich weiß: Wenn du durchs Leben gehst, dann brauchst du Leute, denen du vertrauen kannst. Ich konnte ihr die Angst nehmen vor dem Verlieren."

Apropos Angst vor der Zukunft: Die hat Schröcksnadel nicht. "Ich werde meinen Sohn ärgern, wenn ich wieder mehr im Geschäft bin. Und ich möchte in jedem meiner Skigebiete zumindest einen Tag Skifahren gehen."

Da war es nur noch einer. Michael Huber, Boss des Kitzbüheler Ski-Clubs, nahm sich aus dem Rennen um die Nachfolge von Peter Schröcksnadel als ÖSV-Boss. Das Amt lasse sich nicht mit den Kitz-Rennen vereinbaren. Damit gibt es nur einen Kandidaten: Ex-Rennläufer ­Michael Walchhofer. Aus Tirol könnte es einen Gegenkandidaten geben. Der neue ÖSV-Boss wird im Juni von den neun Landesverbänden gewählt.

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