Dieser Fall sorgt bei Eltern für Kopfschütteln: An einer Mittelschule im Bezirk Melk steht eine Deutschlehrerin in der Kritik. Zwei Erziehungsberechtigte erheben Vorwürfe gegen die Pädagogin, die ausgerechnet Deutsch im Leistungsniveau "Standard AHS" unterrichtet.
Ein Vater berichtet "Heute" von seiner Tochter: "Sie kam vom Unterricht nach Hause und meinte, ihre Lehrerin sagt die Artikel nicht richtig", erzählt er.
Doch dabei soll es laut dem Vater nicht geblieben sein. Auch die Verständlichkeit im Unterricht sei für manche Schüler ein Problem: "Außerdem hat sie so einen starken Akzent, dass viele Schüler einiges von dem, was die Lehrerin sagt, gar nicht verstehen", sagt der Vater.
Für den Vater ist besonders irritierend, was andere Eltern nach einem Gespräch mit der Schulleitung berichtet haben sollen: "Sie haben mir danach vom Gespräch mit der Schulleitung erzählt. Sie soll den besorgten Eltern gesagt haben, dass ihre Kinder der Lehrerin doch helfen könnten."
Genau das bringt den Vater auf die Palme. Schließlich gehe es hier nicht um irgendein Fach, sondern um den Deutschunterricht: "Wenn ich ein Fach unterrichte, dann muss ich dieses Fach lückenlos können. Es kann nicht sein, dass Schüler mir helfen müssen. Die Schüler sind da, um von mir zu lernen."
Auch mit Blick auf das Alter der Kinder sieht er die Situation kritisch: "Gerade im Mittelschulalter brauchen die jungen Schüler Vorbilder, von denen sie lernen können. Es kann nicht sein, dass eine Deutsch-Lehrkraft kein Deutsch beherrscht."
Mittlerweile sorgt der Fall auch politisch für Reaktionen. FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl bezeichnet einen "Deutschlehrer ohne Deutschkenntnisse" als "endgültige Bankrotterklärung unseres Bildungssystems".
Auch der niederösterreichische FPÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler übt heftige Kritik: "Wie kann es sein, dass elfjährige Kinder ihrer Deutschlehrerin unter die Arme greifen müssen?"
Die niederösterreichische Bildungsdirektion kann die Vorwürfe nach Rücksprache mit der Schulleitung hingegen derzeit nicht nachvollziehen. Trotzdem soll der Fall nun überprüft werden.
Zu "Heute" heißt es: "Die Bildungsdirektion für Niederösterreich kann, nach Rücksprache mit der Schulleitung, die Vorwürfe von zwei Erziehungsberechtigten gegen eine zertifizierte Pädagogin, nicht nachvollziehen. Die zuständige Schulaufsicht wird den Vorwürfen aber nachgehen und sich vor Ort ein Bild vom Unterricht machen."