Die Pläne der EVN sorgen für politischen Wirbel in Niederösterreich. SPÖ-Energiesprecherin Kerstin Suchan-Mayr kritisiert die langfristige Strategie des Energieversorgers und fordert niedrigere Strom- und Gaspreise für die Kunden.
Die EVN strebt für das Geschäftsjahr 2029/30 ein Ergebnis aus dem laufenden Geschäft von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro an. Gleichzeitig soll die Dividende in den kommenden Jahren von mindestens 0,90 Euro auf zumindest 1,10 Euro je Aktie steigen. Angestrebt wird dabei eine Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent.
"Bevor man Dividenden-Fantasien für das Jahr 2030 präsentiert, muss alles daran gesetzt werden, die Kunden spürbar zu entlasten", sagt Suchan-Mayr. Strom und Gas seien für viele Haushalte weiterhin eine große finanzielle Belastung.
Auch die Landespolitik nimmt die SPÖ-Abgeordnete ins Visier. Das Land Niederösterreich hält 51 Prozent der EVN und ist damit Mehrheitseigentümer. Suchan-Mayr sieht deshalb insbesondere ÖVP und FPÖ gefordert. Sie sollten ihren Einfluss nutzen, damit leistbare Energiepreise stärker im Mittelpunkt stehen.
Die EVN selbst argumentiert hingegen, dass wirtschaftliche Stabilität, gute Bonität und verlässliche Erträge für die Finanzierung ihrer hohen Investitionen notwendig seien. Bis 2030 plant der Konzern Investitionen von rund einer Milliarde Euro pro Jahr, unter anderem in Netze, erneuerbare Energie, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur. Rund vier Fünftel davon sollen in Niederösterreich investiert werden.
Suchan-Mayr stellt Investitionen in Netze, erneuerbare Energie und Versorgungssicherheit nicht grundsätzlich infrage. Für sie müsse sich der Erfolg eines Landesenergieversorgers aber vor allem daran messen lassen, ob sich die Menschen Strom und Gas leisten können.