Von null auf hundert

Schule abgebrochen – Jetzt forscht Raphael in Harvard

Sein Bildungsweg verlief alles andere als geradlinig. Heute arbeitet ein Wiener an einem außergewöhnlichen Forschungsprojekt in den USA.
Österreich Heute
10.09.2026, 05:30
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Der "amerikanische Traum" startete für Raphael Suchomel in Wien zunächst mit drei (!) Schulabbrüchen und endet vorerst in Harvard, der weltweit bekanntesten Elite-Uni der USA.

Einen großen Teil seiner Kindheit wuchs der Wiener bei seiner alleinerziehenden Mutter auf. Sie selbst hatte die Schule nicht abgeschlossen und bezog Mindestsicherung.

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Steile Karriere

Irgendwann hat es "Klick gemacht", erzählt Suchomel im "Heute"-Talk. Mit 24 holte er an einer Abendschule die Matura nach – parallel zu einem Vollzeitjob im Bundeskanzleramt. "Ich wollte Geld verdienen, irgendwie auch für meine Mutter und mich", erklärt der jetzt 27-Jährige. Den Abschluss schaffte er mit ausgezeichnetem Erfolg. Heute, nur drei Jahre nach seiner Matura, forscht Suchomel mit Künstlicher Intelligenz in den USA.

Dass sein Weg nicht selbstverständlich war, weiß der Wiener: "Wer in einer Familie aufwächst, in der Geld ständig knapp ist, startet unter anderen Bedingungen. Wenn im Winter neue Schuhe zum Problem werden, Nachhilfe nicht leistbar ist oder Jugendliche früh selbst Geld verdienen müssen, bleibt weniger Raum, sich ausschließlich auf Schule und Ausbildung zu konzentrieren."

Von Wien nach Harvard

Nach der Abendschule zog der Wiener nach Oberösterreich. Dort wurde er Teil des ersten Jahrgangs des neu geschaffenen Bachelorstudiums Artificial Intelligence Solutions an der University of Applied Sciences Upper Austria in Hagenberg. "Ich habe sicher 5.000 E-Mails für ein Praktikum ausgeschickt. Dass es in Harvard geklappt hat, habe ich erst realisiert, als ich in Boston angekommen bin".

Im Zuge seines Praktikums forscht der 27-Jährige nun an der Harvard Medical School und am Kempner Institute for the Study of Natural and Artificial Intelligence at Harvard University. "Das Campus Leben ist wirklich so, wie man es aus den Filmen kennt", lacht er zufrieden.

Im Zuge seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz und Neurobiologie. Zum Einsatz kommen biologisch fundierte KI-Agenten. Vereinfacht gesagt: Die Studenten bauen virtuelle Tiere im Computer, um deren Verhaltensweisen zu erforschen.

red,10.09.2026, 05:30