Armin Wolf schockt in ZIB2

"Derart widerwärtig, dass es einem den Magen umdreht"

Die tödliche Vergewaltigung in Marchtrenk schockt alle: In der ZIB2 sprach Wolf über unerträgliche Chats, auch die Justizministerin war fassungslos.
Newsdesk Heute
09.09.2026, 22:42
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ORF-Moderator Armin Wolf ließ in der ZIB2 mit ungewöhnlich scharfen Worten aufhorchen. Es ging um den tödlichen Vergewaltigungsfall von Marchtrenk, bei dem eine 39-jährige Mutter aus Oberösterreich gestorben ist.

Wolf sagte in der Anmoderation des eingespielten Nachrichtenbeitrags: "Beide Männer sitzen in U-Haft. Die Chat-Nachrichten zwischen ihnen sind derart widerwärtig, dass es einem beim Lesen den Magen umdreht."

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Der Fall war vom festgenommenen Ehemann der Frau zunächst als ein tödlich verlaufener "Sex-Unfall" dargestellt worden. Doch inzwischen bekannt gewordene Details enthüllen viel Schlimmeres.

Nach den bisherigen Ermittlungen soll die 39-Jährige aber über längere Zeit von ihrem Ehemann betäubt und anderen Männern zum Missbrauch überlassen worden sein. Wie die "Kronen Zeitung" zuerst berichtete, soll der 51-Jährige dafür teils 500 Euro verlangt haben.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war die Nacht vom 25. auf den 26. Juni. Rettung und Polizei wurden zu einem Reihenhaus in Marchtrenk gerufen. Dort trafen sie auf den Ehemann und die jugendliche Tochter des Paares. Die Tochter hatte ihre Mutter leblos im Wasserbett gefunden. Um 0.44 Uhr wurde die Frau für tot erklärt.

Der Ehemann hatte zu diesem Zeitpunkt 1,88 Promille. Gegenüber den Ermittlern sprach er zunächst von einem Unfall. Die Behörden gingen deshalb offenbar fälschlicherweise ebenfalls von einer nicht vorsätzlichen Tötung aus. Der Mann blieb vorerst auf freiem Fuß.

Die Obduktion ergab jedoch massive Verletzungen, die nicht zur Schilderung der Ereignisse passten. Die Ermittlungen nahmen daraufhin eine neue Richtung.

Der Tatverdächtige konnte so das Wasserbett entsorgen und eine App von seinem Handy löschen, ehe er festgenommen wurde. Bei der Auswertung digitaler Daten stießen die Ermittler auf den Verdacht, dass die 39-jährige Frau bereits zuvor wiederholt betäubt und missbraucht worden sein könnte.

Besonders brisant: Einen Tag vor dem Tod seiner Frau soll der Beschuldigte bei Google nach Hausmitteln zur Betäubung gesucht haben.

Auf dem Handy fanden die Ermittler zudem zahlreiche Nachrichten zwischen dem Ehemann und einem weiteren 51-jährigen Mann aus der Nachbarschaft. Auch dieser sitzt in Untersuchungshaft.

In ihren grauslichen Chats – "Heute" verzichtet an dieser Stelle bewusst auf direkte Zitate daraus – sollen die beiden wiederholt über den mutmaßlichen Missbrauch der Frau gesprochen haben.

Am Tag vor dem Tod der 39-Jährigen sollen außerdem Fotos der Frau weitergegeben worden sein. Auch ein dritter Mann soll für einen Missbrauch vorgesehen gewesen sein. Für sämtliche Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Sporrer: Reform kommt

Justizministerin Anna Sporrer reagierte in der ZIB2 ebenfalls mit deutlichen Worten. Ihr sei beim Lesen des Falls folgender Satz von Ingeborg Bachmann in den Sinn gekommen: "Die Männer sind alle krank. Wussten Sie das nicht?"

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Der Fall zeige für Sporrer ein Muster: Männer würden sich bemächtigen, über Frauen zu bestimmen. Es gehe um Kontrolle, im schlimmsten Fall bis zum Tod. Als Gesellschaft müsse man sich geschlossen dagegenstellen, sagte die Ministerin sinngemäß. Nötig sei ein Bewusstseinswandel.

Sporrer verwies auch auf geplante Änderungen im Sexualstrafrecht. Schon der Besitz realer Vergewaltigungsvideos soll künftig unter Strafe gestellt werden. Die Versendung und Verbreitung solcher Inhalte ist bereits strafbar. Die Arbeitsgruppe zur Reform des Sexualstrafrechts soll im September starten.

„Ich bin wirklich fassungslos, dass ich als Justizministerin mehr oder weniger jedes halbe Jahr vor neuen Phänomen stehe, die geregelt werden müssen“
Anna SporrerJustizministerin über neue Formen von Sexualdelikten

Auch neue digitale Phänomene wie Deepfakes sollen rechtlich neu bewertet werden. Sporrer sagte dazu: "Wir werden uns jetzt daran machen, auch diese Lücken zu schließen."

Justizministerin Anna Sporrer stellte in der ZIB2 am 9. September 2026 weitere Reformen des Sexualstrafrechts in Aussicht.
Screenshot ORF

Angesprochen auf ein mögliches Register, in dem Frauen frühere Gewaltvorwürfe gegen Männer abfragen könnten, zeigte sich Sporrer offen für eine breite Debatte. Gleichzeitig verwies sie auf Persönlichkeitsrechte und die Frage, wie lange solche Informationen gespeichert werden dürften.

Auch bei häuslicher Gewalt müsse präventiv stärker angesetzt werden. Künftig soll das Thema auch in der Fortbildung von Richtern mehr Gewicht bekommen.

Beim geplanten Prinzip "Nur Ja heißt Ja" sieht Sporrer den Verhandlungsprozess weit fortgeschritten. Die NEOS hätten bereits zugestimmt, von der ÖVP werde noch eine Antwort erwartet. Sporrer zeigte sich zuversichtlich und hielt fest: "Der Entwurf ist fertig." Nach einem Ja der Kanzler-Partei könnte die Reform innerhalb weniger Monate durchs Parlament gebracht und beschlossen werden.

red,Akt. 09.09.2026, 23:21, 09.09.2026, 22:42