Ferrari-Piloten im Fokus

Schumi zählt F1-Stars an: "Würde ich nicht tolerieren"

Bei Ferrari ist Feuer am Dach. Nach dem Grand Prix von Mexiko teilte Lewis Hamilton deutlich in Richtung seines Teamkollegen Charles Leclerc aus.
04.11.2026, 06:16
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Hamilton ging eigentlich von der Pole Position aus ins Rennen, am Ende musste sich der britische Siebenfach-Weltmeister aber mit Rang zwei hinter Max Verstappen im Red Bull zufrieden geben. Nach einem harten Duell mit seinem Teamkollegen Leclerc, das Folgen haben könnte.

Der Monegasse und der Brite hatten sich nach dem Rennstart ein beinhartes Duell geliefert. Nach einem brutalen Kampf in den Kurven eins und zwei gingen beide in der vierten Kurve dann von der Strecke. Leclerc versuchte sich mit viel Geschwindigkeitsüberschuss außen vorbeizudrängen, fuhr durch das Gras und kürzte ab. Dafür kassierte der 28-Jährige dann eine Fünf-Sekunden-Strafe, die ihm beim Boxenstopp schließlich die Führung kostete. Auch Hamilton hatte im Rad-an-Rad-Duell die Strecke verlassen und viel Geschwindigkeit verloren, so schlüpfte auch Verstappen durch. Hamilton war in der Situation zwar innen gewesen, hatte Leclerc außen verhungern lassen. Die Schuldfrage beschäftigt jedenfalls die Formel-1-Welt.

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"Das ist Absicht"

Ex-Pilot Ralf Schumacher beurteilte die Szene im "Sky"-Podcast "Backstage Boxengasse" nun eindeutig. "Wenn man sich die Situation anschaut, dass Charles Leclerc außen war und später bremsen konnte, ist Lewis Hamilton, obwohl er wusste, dass er die Kurve nicht kriegen kann, da voll reingefahren. Er ist ja deutlich an der Kurve vorbeigefahren", kritisierte der Bruder von Siebenfach-Weltmeister Michael Schumacher den Briten. Hamilton sei dann zwar schnell auf die Strecke zurückgefahren, "um zu zelebrieren: Jetzt muss er mich vorbei lassen", habe aber nicht damit gerechnet, dass auch Verstappen da attackieren könnte.

"Lewis Hamilton hat in Kauf genommen, dass sie crashen, wenn Leclerc da nicht rüberfährt. Das ist Absicht", fällte der Deutsche ein knallhartes Urteil. An sich sei das eine Rennsituation. "Wo ich ein Problem habe, ist mit dem Drama, das danach kam am Funk", so Schumi. "Wie Al Capone zu drohen: ,We have a big, big Problem'", sprach der Ex-Pilot auch die Funksprüche des Briten an. Hamilton hatte deutlich eine Strafe für seinen Teamkollegen gefordert.

"Würde es nicht tolerieren"

"Aus meiner Sicht geht da der Hund mit dem Herrchen spazieren. Da muss dringend etwas geändert werden – egal wer, wie, wo", meinte der 51-Jährige. "Lewis Hamilton stellt sich über die Marke. Macht mehr auf Teamchef als auf Fahrer", prangerte Schumacher an.

"Ich würde es nicht tolerieren", ergänzte der Deutsche dann, sprach aber auch Teamkollegen Leclerc an: "Ich würde beide in einen Sack stecken, ihnen die Leviten lesen und erklären, wie es bei Ferrari zu funktionieren hat. Denn so kann es nicht weitergehen." Die beiden Piloten hätten Ferrari das Rennen kaputt gemacht. "Die hätten das Rennen gewinnen müssen. Der Ferrari war das schnellere Auto", meinte der Deutsche.

"Hamilton muss sich fragen..."

Der nun aber ein weiteres Problem sieht: Es könnte sein, dass sich andere Piloten in dieser Position die Szene zum Vorbild nehmen könnten und eine Fünf-Sekunden-Strafe in Kauf nehmen mit der Hoffnung, die Zeit dann auf der Strecke herauszufahren. "Auf der anderen Seite: Je öfter man sich das ansieht, Charles Leclerc hat keine Möglichkeit, die Kurve zu fahren. Beide wären gecrasht", meinte der F1-Experte. Leclerc hätte sich seiner Meinung nach zurückfallen lassen und argumentieren sollen, dass Verstappen nun Zweiter sei und er die Position an Hamilton nicht zurückgeben könne. "Er hat nichts falsch gemacht, er hat einfach nur nicht einlenken können, weil sein Teamkollege da war", so Schumacher.

Nun würde Hamilton seinen Einfluss als siebenmaligen Weltmeister ausspielen. "Manchmal hat man das Gefühl, dass er Teamchef Fred Vasseur gar nicht ernst nimmt. Er ist in dem Moment zu selbstbewusst und muss sich fragen, was er eigentlich will: Geht es um ihn oder um den Erfolg des ganzen Teams. Manchmal hat man das Gefühl, dass es sich nur um ihn dreht. Aber es kann nicht sein, dass Ferrari darunter leidet, dass es zwei Dickschädel sind", so Schumacher.

red, 04.11.2026, 06:16