WM-Titel in der zweiten Formel-1-Saison! Kimi Antonelli hat sich mit 20 Jahren und 68 Tagen zum jüngsten Champion der Geschichte gekrönt. Damit löst der Italiener Sebastian Vettel ab. Der Deutsche war bei seinem ersten Titel mit Red Bull Racing 2010 bereits 23 Jahre alt.
Seinem Nachfolger schickte der viermalige Weltmeister eine Videobotschaft. "Kimi, herzlichen Glückwunsch, Weltmeister, Campione del Mondo, wow, das haben nur sehr wenige von uns geschafft, und niemand hat es in so jungen Jahren geschafft wie du", gratulierte Vettel.
Besonders beeindruckt zeigte sich Vettel von Antonellis Einstellung und seinem Verhalten auf der Strecke: "Du bist neugierig, du hörst zu, du lernst schnell, du bist furchtlos, dein Fahrstil war sehr sauber und kontrolliert, und doch immer am Limit, wenn es darauf ankam. Du hast verstanden, dass man nur das kontrollieren kann, was man kontrollieren kann. Du hast einen einzigartigen Fahrstil, und wir genießen es, dir zuzusehen."
Neben dem Lob hatte Vettel auch einen Hinweis für den frischgebackenen Champion parat. Aus eigener Erfahrung weiß er, wie aufwühlend die ersten Tage nach einem WM-Triumph sein können.
Am 14. November 2010 hatte Vettel in Abu Dhabi seinen ersten Titel geholt. An die Momente danach erinnert er sich noch genau: "Als ich meinen ersten Titel gewann, schien alles in dem Moment zu geschehen, als ich die Ziellinie überquerte. Ich war überwältigt, stieg aus dem Auto, und die Welt um mich herum raste mit voller Geschwindigkeit weiter. Es war wie ein Rausch, es war unmöglich, darüber nachzudenken. Ich habe tagelang nicht richtig geschlafen – also sei darauf vorbereitet."
Was er erreicht hatte, wurde Vettel erst richtig bewusst, als er den WM-Pokal hielt und darauf die Namen der anderen Champions las.
"Ich war stolz und zufrieden. Mir wurde klar, dass das Beste nicht das Überqueren der Ziellinie war, das den Titel entschied, sondern all die Rennen, die dazu führten. Es ist nie nur ein einziges Rennen, das zählt, sondern alle Rennen, die wir fahren. Jedes Rennen prägt uns. Und bei allem, was in den kommenden Wochen passieren wird, bin ich mir sicher, dass du bald wieder den Drang verspüren wirst, Rennen zu fahren. Denn es gibt immer noch ein Rennen zu gewinnen."
Zum Schluss gab der frühere Ferrari-Pilot Antonelli noch einen persönlichen Gedanken mit: "Große Erfolge mögen die Art und Weise verändern, wie die Leute dich sehen, aber du musst nicht die Art und Weise ändern, wie du die Leute siehst. Und jetzt geh und genieße es."