Bei Ferrari hängt nach dem Großen Preis von Mexiko der Haussegen schief. Lewis Hamilton machte seinem Ärger über das harte Startmanöver von Teamkollege Charles Leclerc öffentlich Luft und forderte eine Aussprache. Jetzt schlägt der Monegasse zurück. Für ihn trägt auch der siebenfache Weltmeister Verantwortung für den Zwischenfall.
"Wir kämpfen um den Sieg, da bleibt natürlich von ihm und von mir nur sehr wenig Spielraum", erklärte Leclerc nach dem Rennen. Eine alleinige Schuld an der Szene will der 29-Jährige nicht akzeptieren. "Am Ende haben wir beide beim Anbremsen für Kurve vier einen Fehler gemacht."
Auslöser des Streits war ein Zweikampf unmittelbar nach dem Start. Hamilton ging von der Pole-Position ins Rennen, wurde allerdings gerade von seinem eigenen Teamkollegen vom Asphalt gedrängt. Die Rennkommissare belegten Leclerc daraufhin mit einer Fünf-Sekunden-Strafe.
Hamilton war nach dem Rennen außer sich. Der Brite sah die Chance auf einen Ferrari-Erfolg durch das teaminterne Duell verspielt und rechnete mit seinem Teamkollegen ab. "Wir hätten locker einen Doppelsieg einfahren können. Das Tempo dafür hatten wir. Aber wenn dein Teamkollege gegen dich arbeitet und du dann so Positionen verlierst, ist das definitiv hart", kritisierte der Brite.
Dass Hamilton während des Rennens die Rückgabe der Position verlangte, brachte Leclerc in eine schwierige Situation. Der Ferrari-Pilot wusste nach eigenen Angaben nicht, wie er reagieren sollte.
"Ich habe das Team gefragt: Was soll ich jetzt tun?", schilderte der Monegasse. Unklar sei gewesen, ob er lediglich Hamilton vorbeilassen oder auch Verstappen die Position überlassen müsse.
Da eine eindeutige Anweisung der Boxenmauer ausblieb, fuhr Leclerc weiter und nahm die drohende Zeitstrafe in Kauf.
Der Ferrari-Star sieht die Ursache für solche Zwischenfälle allerdings nicht ausschließlich bei den Fahrern. Auch die Streckengestaltung in Mexiko spiele eine entscheidende Rolle.
"Wenn am Ausgang von Kurve vier eine Mauer gewesen wäre, hätten weder Lewis noch ich den Bremspunkt so weit nach hinten verlegt", erklärte Leclerc. Das Problem sei bereits bei der Fahrerbesprechung angesprochen worden. Durch die großzügigen Auslaufzonen könnten Piloten beim Anbremsen größere Risiken eingehen.