Im Fokus stehen die Teams aus Norwegen und der USA, die sich rund um die Olympia-Bewerbe in Lago di Tesero schweren Vorwürfen ausgesetzt sehen.
Die Norwegen sollen demnach im Sprint von Männern und Frauen am Dienstag eine spezielle Maschine zum Erwärmen des Wachses unter den Skiern genutzt haben. Diese Maschine soll aber nicht auf der Liste der zugelassenen Geräte gestanden sein. "Sie scheinen die Erlaubnis erhalten zu haben, aber die Information scheint bei ihnen geblieben zu sein. Die anderen Nationen haben nicht erfahren, dass es in Ordnung war, so eine Maschine zu benutzen", prangerte Anders Svanebo vom schwedischen Team gegenüber "Sportbladet" an.
Die Norweger hätten wohl nichts falsch gemacht, betonte Svanebo, "aber es sind nicht die gleichen Bedingungen. Wenn es zu einem Fehler der Veranstalter gekommen ist, ist es eine ernste Angelegenheit", meinte der Schwede.
In einer Sitzung am Donnerstagabend mit FIS-Renndirektor Michael Lamplot soll es jedenfalls heiß hergegangen sein, heißt es. Der FIS-Mann soll sich demnach bei den anderen Verbänden entschuldigt haben. Die Informationen seien nicht weitergegeben worden.
Wenig später kam dann noch ein weiterer Diskussionspunkt auf. Denn der Wachsleiter des US-Teams soll zugegeben haben, eine verbotene Substanz zum Entfernen von Wachs mit zur Wachsstation gebracht zu haben – das ist eigentlich verboten. Der Mann hatte später erklärt, die Flüssigkeit nur zum Reinigen der Hände verwendet zu haben.
Die beiden umstrittenen Vorfälle haben nun ein Nachspiel, denn der finnische Skiverband hat nun offiziell einen Protest gegen das Ergebnis des Männer-Sprints eingelegt. Der Vorwurf: Die FIS habe gegen ihr eigenes Regelwerk und gegen Fair-Play-Prinzipien verstoßen. "Wir wollen die Missstände offenlegen und dafür sorgen, dass im Spitzensport die Regeln für alle gleich gelten. Die FIS hat selbst eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. Daraus entstand ein unfairer Wettbewerb, in dem zwei Nationen einen unangemessenen Vorteil hatten, ohne dass andere Mannschaften informiert wurden. Ein solches Verhalten ist nicht akzeptabel", so die Verbandsgeschäftsführerin Marleena Valtasola.
Der Sieg war an Norwegens Langlauf-Star Johannes Klaebo vor dem US-Amerikaner Ben Ogden und Klaebo-Landsmann Oskar Vike gegangen. Der Finne Lauri Vuorinen belegte Rang vier. Dem Protest werden allerdings geringe Erfolgschancen zugeschrieben.