Kuriose Vermutung

Schummeln Skispringer mit Penis-Vergrößerung?

Im Skispringen zählt jeder Zentimeter. Schon ein kleiner Vorteil kann den Sieg bringen. Jetzt sorgt ein kurioser Verdacht für Aufregung.
Sport Heute
06.01.2026, 07:51
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So sollen Athleten versuchen, sich mit einer ungewöhnlichen Methode einen Vorteil zu verschaffen – dabei wird im Intimbereich Hand angelegt. Was zunächst wie ein Witz klingt, dürfte im Skisprung-Zirkus durchaus ein Thema sein. Denn angeblich könnte ein größerer Penis aus aerodynamischer Sicht tatsächlich Vorteile bringen.

FIS-Materialchef Mathias Hafele schaut zwar genau auf die Einhaltung der Regeln, so gab es bei der Vierschanzentournee bereits eine prominente Disqualifikation: vom Slowenen Timi Zajc. Abseits der offiziellen Kontrollen tauchen aber immer wieder Gerüchte auf, dass im Genitalbereich getrickst wird.

Vermessung mit 3D-Scanner: Jeder Millimeter zählt

Zunächst mag es absurd erscheinen, dass der Genitalbereich tatsächlich eine Rolle beim Skispringen spielt. Dennoch ist er in der Praxis tatsächlich von Bedeutung. Die Erklärung: Vor dem Saisonstart wurden alle Springer mit einem 3D-Scanner exakt vermessen. Besonders wichtig ist dabei das sogenannte Schrittmaß – gemessen am tiefsten Punkt im Genitalbereich. Dieser Wert bestimmt die Anzuggröße für die ganze Saison. Wird der Referenzpunkt künstlich nach unten verlegt, gibt es automatisch mehr Stoff am Anzug. Das kann für zusätzlichen Auftrieb sorgen.

Mediziner warnt vor Folgen

Um diesen Effekt zu erreichen, sollen laut Berichten manche Skispringer sogar zu Hyaluronsäure gegriffen haben. Damit wird der Penis vor der Vermessung kurzzeitig vergrößert – angeblich nur um wenige Millimeter.

Dr. med. Kamran Karim, leitender Oberarzt im Maria-Hilf-Krankenhaus in Krefeld, erklärt gegenüber der "Bild": "Es gibt die Möglichkeit, mit der Injektion von Paraffin oder Hyaluronsäure eine temporäre optische Verdickung des Penis zu erwirken. Eine Verlängerung ist dadurch aber nicht möglich. So eine Injektion ist aber medizinisch nicht indiziert und mit Risiken verbunden."

FIS-Materialchef Hafele wehrt sich

Früher sollen auch andere Methoden ausprobiert worden sein, etwa Schaumstoff um die Hoden. Während der Vermessung tragen die Springer eine Unterhose.

Hafele weist die Vorwürfe aber klar zurück. "Ich kann ausschließen, dass versucht wird, mit sichtbaren Hilfsmitteln Vergrößerungen an den Geschlechtsteilen zu erwirken. Bei der Vermessung ist medizinisches Personal anwesend, das ganz genau kontrolliert", so der Materialchef zur "Bild".

Neue Messungen vor Olympia?

In den vergangenen Jahren – als noch von Hand gemessen wurde – war der Spielraum für Manipulationen offenbar größer. Laut Berichten hätten einzelne Springer mit Silikon im Kondom für den Moment der Vermessung ein paar Millimeter rausgeholt.

Einige Nationen fordern jetzt, dass vor den Olympischen Spielen in Italien noch einmal alle Springer per Bodyscan vermessen werden, um Ungenauigkeiten zu verhindern. Hafele stellt aber klar: "Aktuell ist eine weitere Vermessung nicht geplant. Wir arbeiten aber im Hintergrund bereits an Methoden, dass das schwierige Thema verbessert wird." In Zukunft soll die Messung stärker an den Knochen und weniger an den Weichteilen orientiert sein. Dann würde die Größe tatsächlich keine Rolle mehr spielen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 12.01.2026, 09:49, 06.01.2026, 07:51
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