Zoo rund um die Uhr bewacht

Schuss in Wien! Hier nahm Killer Antilope ins Visier

"Heute" war außerhalb des Tiergartens vor Ort und hat sich den Bereich genau angesehen. Von hier dürfte der tödliche Schuss gefallen sein.
Christoph Weichsler
01.04.2026, 20:51
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Gegen 3 Uhr früh in der Nacht auf Sonntag (30. März) wird im Tiergarten Schönbrunn eine Baby-Hirschziegenantilope erschossen – doch niemand hört einen Schuss. Erst Videoaufnahmen zeigen später, wie das Jungtier plötzlich getroffen wird, zur Seite geschleudert wird und zusammenbricht. Für die Ermittler ist schnell klar: Der Täter stand nicht im Gehege, der Schuss muss von außerhalb gekommen sein.

Genau hier setzt die Recherche von "Heute" an. Wir haben uns den Bereich rund um den Tiroler Weg angesehen – jenem Abschnitt außerhalb des Zoos, der parallel zum Gehege verläuft. Vor Ort zeigt sich: Es gibt mehrere Stellen, an denen sich der Blick direkt in das Antilopen-Gehege öffnet. Leicht erhöht, teilweise durch Bäume verdeckt, aber mit klarer Sicht auf die Tiere.

Hier passt das Tatbild zusammen

Geht man den Weg entlang, fallen genau diese Punkte auf. Zwischen Ästen und Sträuchern entstehen immer wieder kleine Sichtfenster – und an einer solchen Stelle dürfte der Täter gestanden sein. Kein auffälliger Platz, kein fixer Standpunkt, sondern ein kurzer Halt am Weg, von dem aus sich eine freie Schusslinie ergibt. Diese Gegebenheiten passen zu den bisherigen Erkenntnissen. Denn alles deutet darauf hin, dass der Schütze aus der Distanz agierte.

Ein gezielter Schuss in der Nacht

Die Video-Aufnahmen aus dem Gehege zeigen den Ablauf deutlich. Das Jungtier bewegt sich ruhig durch die Herde, als es plötzlich getroffen wird und zu Boden geht. Für die Ermittler spricht das klar für einen gezielten Schuss – abgegeben mit hoher Präzision.

Dass im gesamten Zoo niemand etwas hörte, lässt ebenfalls Rückschlüsse zu. Vieles deutet darauf hin, dass der Täter ein Gewehr mit Schalldämpfer verwendete. Auch der Einsatz eines Nachtsicht- oder Wärmebildgeräts gilt als wahrscheinlich.

Der Schlosspark ist in der Nacht eigentlich gesperrt. Der Täter dürfte sich also trotzdem Zugang verschafft oder sich dort verborgen gehalten haben. Wie genau er sich in diesem Bereich bewegen konnte, ist noch Teil der Ermittlungen.

Kopfgeld und Dauer-Überwachung

Parallel zur Spurensuche läuft auch die Fahndung auf Hochtouren. Die Tierschutzorganisation PETA hat mittlerweile 1.000 Euro Belohnung für Hinweise auf den Täter ausgesetzt. Gleichzeitig wurde die Überwachung im Tiergarten deutlich verschärft – zusätzliche Nachtpatrouillen und externe Sicherheitskräfte sind nun rund um die Uhr im Einsatz, um weitere Angriffe zu verhindern.

Fokus der Ermittlungen

Damit rückt ein Bereich besonders in den Mittelpunkt: der Tiroler Weg außerhalb des Tiergartens. Genau hier ergibt sich aus Lage, Sicht und Distanz ein schlüssiges Gesamtbild der Tat.

Die Fahndung nach dem Täter läuft weiter, die Sicherheitsmaßnahmen im Zoo wurden verstärkt. Doch die Spur führt jetzt klar an diesen Ort – zu jener Stelle, an der der tödliche Schuss gefallen sein dürfte.

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