Unter Pilzsammlern gilt eine eiserne Regel: Gute Plätze bleiben geheim. Wer Fundorte preisgibt, macht sich schnell unbeliebt. Genau das bekommt derzeit Jordan Monnot zu spüren. Der gebürtige Franzose ist Mitentwickler von Online-Karten, die Pilzsuchern gegen Gebühr bei der Suche nach geeigneten Waldabschnitten helfen sollen.
Wie die "Krone" berichtet, ist der Ärger groß, seit pilzsucher.com auch Daten aus Österreich anbietet. Monnot sagt: "Ich werde immer wieder von Pilzsammlern beschimpft, zum Teil sehr aggressiv." Ihm werde vorgeworfen, geheime Plätze zu verraten, die Tradition des Pilzesuchens zu beschädigen oder unerfahrene Sammler in die Wälder zu locken.
In sozialen Netzwerken fallen harte Worte. Ein Nutzer schreibt etwa: "Frechheit, so eine App gehört angezeigt und ist verboten." Auch der Vorwurf, die Karten würden zum Abernten der Wälder animieren, steht im Raum. Laut Monnot fällt zudem immer wieder das Wort "Betrüger".
Der Entwickler weist die Vorwürfe zurück. "Wir veröffentlichen keine Datenbanken mit geheimen Fundstellen von Pilzsammlern", betont er. Stattdessen gehe es um Umwelt- und Standortanalyse, etwa anhand von Wetter, Höhenlage oder Waldbeschaffenheit. Die Karten seien als Hilfestellung gedacht – und sollen auch zeigen, wie komplex die Bedingungen im Wald sind.
Die Heftigkeit der Reaktionen habe ihn überrascht. Noch hofft Monnot, dass sich die Debatte beruhigt. Rechtliche Schritte schließt er aber nicht aus.
Zumindest in Tirol dürfte der Vorwurf der Gesetzesübertretung laut vorliegendem Material ins Leere gehen. Demnach verbieten weder die Tiroler Pilzschutzverordnung noch das Tiroler Forstgesetz solche Karten. Verboten seien allerdings "organisierte Veranstaltungen zum Sammeln von wild wachsenden Pilzen".
Klar ist: Online-Hilfen für Pilzsucher werden mehr. Für viele Sammler ist das ein Tabubruch. Denn was früher nur im engsten Kreis weitererzählt wurde, ist im Netz plötzlich nur wenige Klicks entfernt.