Eine schicke Handtasche, ein neuer Fernseher, das aktuellste Smartphone oder vielleicht sogar eine Waschmaschine – oft locken Händler damit, dass du dir solche Sachen jetzt holen und dann in kleinen Raten abzahlen kannst. Das klingt natürlich verlockend, kann aber schnell gefährlich werden. Ein solcher Ratenkauf kann dich nämlich in die Schuldenfalle führen.
Trotzdem ist diese Art zu zahlen schon längst sehr beliebt, wie orf.at berichtet. Ab 20. November gibt es eine wichtige Änderung beim Verbraucherkreditgesetz: Dann müssen auch Händler prüfen, ob du dir den Ratenkauf überhaupt leisten kannst – ähnlich wie es die Banken schon machen.
Wenn deine Bonitätsprüfung negativ ausfällt, darfst du nichts mehr auf Raten kaufen. Melanie Gössler von der Arbeiterkammer Steiermark findet diese Änderung laut Bericht längst überfällig: "Wir sehen das als sehr wichtigen Schritt, gerade um auch einer Überschuldung vorzubeugen."
"Gerade bei diesen Modellen mit 'Buy now pay later' ist oft das Problem, dass die Leute kaufen, kaufen, kaufen und dann irgendwann sind sie aber in so einer Schuldenspirale, dass sie gar nicht mehr rauskommen", so Gössler. Auch Kerstin Kogler von der steirischen Schuldenberatung macht ähnliche Erfahrungen.
Kogler sagt, dass viele Leute mit finanziellen Problemen viel zu schnell auf solche Angebote anspringen. Aber nicht nur diese Menschen sind betroffen: "Es gibt auch andere, sogenannte Impulskäufe, wo man sich denkt, 'wow, das hätte ich jetzt gerne'. Am nächsten Tag denkt man darüber nach, und man ist sich gar nicht mehr so sicher, ob man das tatsächlich gebraucht hätte."
Vor allem kleinere Händler machen sich aber Sorgen wegen der neuen Regelung: Für sie ist so eine genaue Bonitätsprüfung nämlich viel schwerer umzusetzen als für große Ketten – und der Aufwand ist schlicht zu groß.