Die schwangere britische Teenagerin Bella Culley ist nach mehreren Monaten Haft in Georgien aus dem Gefängnis entlassen worden. Die 19-Jährige aus Billingham im Nordosten Englands hatte zuvor gestanden, Drogen nach Georgien geschmuggelt zu haben. Ursprünglich drohten ihr bis zu 20 Jahre Haft.
Nach Angaben ihres Anwalts Malkhaz Salakaia änderten die Staatsanwaltschaften kurzfristig die Bedingungen einer zuvor ausgehandelten Vereinbarung. Angesichts ihres Alters und ihrer fortgeschrittenen Schwangerschaft habe das Gericht entschieden, sie freizulassen, wie unter anderem die BBC berichtet.
Bella war am 10. Mai am Flughafen von Tiflis festgenommen worden, nachdem in ihrem Gepäck rund zwölf Kilogramm Marihuana und zwei Kilogramm Haschisch entdeckt worden waren. Die junge Frau, die im achten Monat schwanger ist, soll am Montag ihren Reisepass zurückerhalten und das Land verlassen dürfen.
Beim Verlassen des Gerichts zeigte sich Culley sichtlich erleichtert. Arm in Arm mit ihrer Mutter Lyanne Kennedy sagte sie, sie habe nicht damit gerechnet, noch am selben Tag freizukommen. Im Gerichtssaal hatte sie zuvor unter Tränen und mit einem Lächeln im Gesicht ihre Schuld eingestanden.
Nach Angaben ihrer Anwälte hatte die Familie rund 137.000 Pfund (etwa 145.000 Euro) gezahlt, um ihre Strafe auf zwei Jahre zu reduzieren. Culley hatte bereits eingeräumt, Drogen von Thailand über die Vereinigten Arabischen Emirate nach Georgien gebracht zu haben. Zugleich erklärte sie, sie sei dazu von Kriminellen gezwungen worden, die sie mit einem glühenden Eisen gefoltert hätten.
Georgische Ermittlungsbehörden haben nach Angaben ihres Verteidigers eine separate Untersuchung zu den Zwangsvorwürfen eingeleitet. Weitere Details zu dem Fall sollen in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden.